Der wildgepflegte Garten
Mit
den
ersten
warmen
Tagen
erfreut
man
sich
am
ersten
Un-
oder
Beikraut,
beispielsweise
an
frischen,
jungen
Brennnesseln.
Das
ist
eine
wichtige
Lebensgrundlage
für
viele
Tiere
-
wie
Schmetterlinge.
Beikraut
hat
oft
entzückende
Blüher
dabei
und
bereichert
optisch den Garten!
Ein
strukturreicher
Garten
ist
nicht
nur
ästhetisch
ansprechend,
er
ist
auch
essenzieller
Lebensraum
für
eine
Vielzahl
an
hei-
mischen
Arten.
Wildkräuter,
oft
vorschnell
als
Unkraut
bezeich-
net,
gehören
in
jeden
Garten
und
erfüllen
dort
zentrale
öko-
logische
Funktionen.
Sie
bieten
Nahrung,
Schutz
und
Entwick-
lungsräume für Insekten, Vögel und viele weitere Organismen.
Der perfekt gepflegte Garten
Mit
den
ersten
warmen
Tagen
müssen
Beete
gesäubert,
Moos
entfernt
und
Rasenflächen
begradigt
werden.
Das
hat
mit
ordentlicher Gartenpflege zu tun und ist nicht ersetzbar!
Unkraut
muss
entfernt
werden,
da
es
die
Optik
des
Gartens
stört!
„Strukturreich“
nennen
das
auch
nur
die
Ökofuzis,
die
einfach
im
Garten
nichts
machen
wollen!
Und
in
meinem
perfekt
ge-
düngten
Garten
leben
sicher
so
viele
Kleinlebewesen
im
Boden,
wie
in
diesen
ungepflegten,
ungemähten
Gärten!
Das
sind
auch
keine
Wildkräuter,
die
ich
nutzen
kann,
denn
die
Essbaren
wachsen
ja
ohnedies
nur
in
Plastiktöpfen
auf
der
betonierten
Terrasse!
Und
die
mistigen
Viecher,
die
mir
alles
immer
weg-
fressen wollen, will ich sowieso nicht bei mir haben!
Walderbeeren
(links) aus dem
Garten sind eine
Delikatesse.
Genauso wie rechts
die frischen
Brennnesseln, die
bei mir gleich neben
den Tulpen
wachsen.
Symbiotisch!
Der wildgepflegte Garten
Gerade
in
intensiv
genutzten
Kulturlandschaften
sind
naturnahe
Gartenbereiche zu wichtigen Rückzugsorten geworden.
Der
beste
Rückzugsort
mit
geringstem
Aufwand
ist
es,
Altholz
in
Haufen
liegen
zu
lassen.
Für
Schlangen,
Amphibien,
Spinnen
oder Insekten.
Im
zeitigen
Frühjahr
entscheidet
sich
meist
schon,
wie
gut
Be-
stäuber
durch
das
Jahr
kommen.
Pflanzen
wie
der
Löwenzahn
ist
eine
der
wichtigsten
Nahrungsquellen
für
Hummeln
und
Wildbienen
im
Frühling.
Viele
Wildpflanzen
sind
nicht
nur
ökologisch
wertvoll,
sondern
auch
kulinarisch
oder
traditionell
heilkundlich
interessant.
Löwenzahnblätter
bereichern
Salate,
Giersch
lässt
sich
als
Wildgemüse
verwenden,
Wegerich-Arten
sind für ihre reizlindernden Eigenschaften bekannt.
Der perfekt gepflegte Garten
Wenn
wir
die
intensiv
genutzten
Kulturlandschaften
nicht
hät-
ten,
könnten
wir
auch
lange
nicht
so
viel
exportieren
und
im-
portieren,
aus
Südamerika
beispielsweise.
Und
die
Rückzugs-
orte
brauchen
wir
auch
dringend
im
Garten,
am
Ende
für
Mäuse
und
Ratten,
oder
sonstiges
nutzloses
Ungeziefer
-
wie
stech-
ende,
beissende
oder
saugende
Insekten!
Nein
Danke!
Bei
mir
liegt
auch
kein
Ast
oder
sonstiges
Holz
herum,
dafür
habe
ich
im
Baumarkt
für
Insekten
ein
Insektenhotel
gekauft!
Irgendwann
werden
sie
es
auch
annehmen!
Ich
werde
mich
aber
sicher
nicht
über Holzhaufen im Garten dasteßn!
Die
Hummeln
brauchen
wir
gerade
-
es
gibt
doch
eh
die
gezüchteten
Honigbienen,
die
alles
bestäuben,
was
wir
aus
dem
Supermarkt
brauchen.
Aber
wer
braucht
schon
Unkraut?
Essen
kann
man
das
eh
nicht,
das
meiste
schmeckt
bitter
oder
scharf,
oder
einfach
nach
Gras!
Habe
ich
mir
sagen
lassen,
weil
pro-
bieren werde ich das sicher nicht!
Für Besitzer gepflegter
Gärten ein Horror:
Löwenzahn; bereichert
er doch viele Salate mit
seiner besonderen
Geschmacksnote! Aber
über kandierte
Duftveilchen, die wild
wachsen wird wohl kaum
jemand die Nase
rümpfen!
Der perfekt gepflegte Garten
Eine
wilde
Möhre
fehlt
mir
gerade
noch
im
Garten!
Die
zieht
dann
sicher
auch
Nager
und
dergleichen
Viecher
an,
die
noch
in
den
Garten
sch…en!
Wie
schaut
das
dann
bitte
aus!
Das
ist
entsetzlich
und
gehört
verhindert.
Ein
wilde
Möhre
-
sonst
noch
was!
Und
die
Vögel
bekommen
bei
mir
nicht
irgendwelche
Samen - nein, ich kaufe sie lieber im Baumarkt, da weiß ich
was drinnen ist: Erdnüsse zum Beispiel! Ja, ich weiß eh,
dass das ziemlich teuer ist, aber Doldenblüter im Garten,
die sich dann auch noch von selbst aussähen, das geht
ja gar nicht! Dann hab ich ja bald nur noch Unkraut!
Blattläuse haben bei mir sowieso keine Chance,
auf
dem
chemischen
Mittel
sind
ja
nicht
umsonst
alle
Zeichen
von umweltschädlichen Inhaltsstoffen drauf!
Diese
Fundis
sind
bloß
zu
faul
zu
mähen
oder
im
Garten
zu
arbeiten
und
benutzen
das
Argument
„Naturbelassenheit“
nur
dazu, um arrogant im Schatten Bier zu trinken!
Der wildgepflegte Garten
Auch
unscheinbarere
Arten
wie
die
Vogelmiere
oder
die
Wilde
Möhre
leisten
Erstaunliches
für
die
Biodiversität.
Die
Vogelmiere
blüht
sehr
früh
im
Jahr
und
versorgt
Insekten
bereits
dann
mit
Nahrung,
wenn
andere
Pflanzen
noch
keine
Ressourcen
bieten.
Zugleich
dienen
ihre
Samen
Vögeln
als
energiereiche
Futter-
quelle.
Die
Wilde
Möhre
lockt
mit
ihren
Doldenblüten
zahlreiche
Wildbienen,
Käfer
und
Schwebfliegen
an.
Letztere
tragen
durch
ihre
Blattläuse
fressenden
Larven
wesentlich
zur
natürlichen
Schädlingsregulation bei.
Es
wäre
schön,
einen
natürlichen
Blick
für
Beikräuter
und
die
Zusammenhänge
zu
entwickeln,
der
Garten
bekommt
eine
andere Ästhetik, aber eine unglaublich zufrieden machende!
Die Hundsrose links
breitet sich ebenso
aus wie der
kriechende Hahnenfuß
rechts. Sehr zum
Ärger von perfekten
Gärten besitzenden
Gärtnern. Da muss
man halt hin und
wieder ein bisschen
zupfen und
ausstechen gehen …
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