der muerzpanther
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ACHTUNG! Dieser Artikel enthält folgende Ausdrücke:
ZAUBERWALD Der   Nebel   hebt   sich   von   der   Mürz,   Schwaden   ziehen   aus   dem   noch   feuchten,   dunklen   Wald. Ein   Land   voller   Sagen   und   Mythen,   von   Bergen   umstanden.   Das   ist   der   Stoff,   aus   dem alljährlich   am   ersten   Septemberwochenende   der   Steirische   Zauberwald   erwacht.   Mit   den Kobolden   und   Feen,   mit   seinen   fabelhaften   Tieren   und   Wesen,   mit   seiner   Mystik   und   seiner Faszination. Seid    ihr    bereit,    in    eine    mystische    Welt    einzutauchen,    Elfen    und    Kobolde    zu    den    vier Elementen   zu   begleiten?   Gibt   es   sprechende   Bäume   und   ist   das   tote   Weib   wirklich   tot?   Wie kommt   man   im   Leben   weiter   und   hat   auch   der   Teufel   eine   Großmutter?   Und   Kinder-   Euch   sei gesagt: Gebt gut acht und vergesst nicht das Amulett zu tragen, das Euch beschützt! Im   Ortsteil   Mürzsteg   findet   der   heurige   Zauberwald   am   4.   und   5.   September   von   9   bis   17   Uhr statt.   Der   Mürzpanther   wollte   wieder   mehr   erfahren   und   hat   über   die   Hintergründe   mit Andrea    Nierer    und    deren    Tochter    Mini    Lechner    und    mit    Hanni,    zuständig    für    die Themenauswahl    und    Siegfried    Darnhofer,    Obmann    des    Naturpark    Mürzer    Oberland,    ein Gespräch geführt.
Die   Amulette   liegen   bereit   -   für den    Schutz    vor    dem    Bösen    und Unheivollen,   das   auch   im   Zauber- wald lauert! Foto: der MÜRZPANTHER
dMP:   Den   steirischen   Zauberwald   gibt   es   bereits   seit   17   Jahren,   ist   einer   von   Euch bereits seit Anfang an dabei? Siegfried: Nein, von Anfang an ist keiner von uns dabei, aber Hanni und ich zum 14. Mal! Andrea: Ich spiele das achte Mal mit. dMP: Hat es dabei richtige Lieblingsrollen gegeben? Andrea:   Ich   war   immer   der   Fuchs-   in   jeder   Variante!   Ich   habe   mir   die   Rolle   auch   selber ausgesucht … weil als Prinzessin gehe ich nicht mehr durch! Lacht. Siegfried:   Zur   Ideenanregung   haben   wir   jedes   Jahr   einen   Zauberwald   Workshop.   Dabei gehen   wir   mit   Helmut   Wittmann,   dem   Märchenerzähler   aus   dem   Almtal   die   Runde,   die   für den   Zauberwald   vorgesehen   ist.   Die   Geschichten,   die   er   erzählt,   nehmen   wir   auf   und schauen,   ob   die   eine   oder   andere   für   uns   passt.   Manche   dieser   Geschichten   werden   dann auch   umgesetzt,   mitwirkende   Gruppen   im   Zauberwald   nehmen   aber   auch   ihre   eigenen. Helmut   Wittmann   ist   eine   tolle   Anregung,   weil   er   sich   schon   im   Vorfeld   Gedanken   macht, welche Geschichten passen könnten. Wichtig ist uns auch der Ortsbezug! dMP: Sind das überlieferte Mythen und Sagen, oder selbst geschriebene Märchen? Hanni:   Teils   –   teils. Aus Anregungen   entstehen   auch   eigene   Geschichten,   oder   aus   einer   Sage heraus   entwickelt   sich   ganz   eine   andere.   Ortsbezogenheit   gibt   es   durch   die   Berge   oder   das Bergwerk, das wir aufgreifen können. Andrea:   Wir   müssen   die   Geschichten   vom   Helmut   Wittmann   auch   so   umschreiben,   dass   wir es   spielen   können.   Tiergeschichten   zum   Beispiel,   die   im   Wald   darstellbar   werden   müssen. Die    vier    Elemente    sind    heuer    das    Thema    unserer    Gruppe,    wobei    das    Corona    Virus dahingehend   hineinspielt,   dass   die   Füchse   in   Fuchsarbeit   sein   werden   …   Wir   wollen   eine humorvolle Umsetzung. dMP: Welche Entwicklung hat der Zauberwald in den 17 Jahren gemacht? Siegfried:   Die   Idee   stammt   von   Walter   Steidl   in   Kooperation   mit   der   Universität   Innsbruck und   der   erste   Naturparkobmann,   Altbgm.   Franz   Pollross   hat   den   Zauberwald      initiiert. Damals   waren   viele   skeptisch,   aber   es   ist   schon   beim   ersten   Mal   in Altenberg   an   der   Rax   gut angelaufen.   Damals   hatten   wir   670   Besucher   und   er   hat   sich   gut   entwickelt,   wodurch   er   zur größten   Veranstaltung   im   Naturpark   Mürzer   Oberland   geworden   ist.   Wir   spielen   ja   auch dafür,   dass   die   Leute   nach   Neuberg   kommen   und   die   Gastronomie   und   das   Angebot   im Naturpark   hier   wahrnehmen.   Höchstteilnehmerzahl   in   den   17   Jahren   waren   2300   Besucher, wodurch es auch die zweitgrößte Veranstaltung nach den Kulturtagen in Neuberg ist.
Im   Fundus   befindet   sich   vieles,   das umgearbeitet wiederverwendet wird. V.li.   nach   re.:   Andrea   Nierer,   Hanni und    Siegfried    Darnhofer    und    Mini Lechner,    die    ihre    Ideen    aufwendig umsetzt. Foto: der MÜRZPANTHER
dMP: Kann oder soll der Zauberwald von den Besucherzahlen noch größer werden? Hanni:   Es   ist   wetterabhängig.   Bei   Schönwetter   geht   es   sich   gerade   aus.   Wir   wollen   auch   gar keine    größeren    Gruppen    machen,    um    die    Qualität    halten    zu    können.    Wir    spielen viertelstündlich   –   öfter   geht   es   gar   nicht.   Dabei   fangen   wir   um   neun   Uhr   an   und   um   17   Uhr kommt die letzte Gruppe! Andrea:   Das   ist   in   zwei   Tagen   bis   zu   sechzig   Mal!   Die   Geschichten   dauern   ja   auch   um   die     sieben    oder    acht    Minuten!    Die    Schauspieler    haben    dabei    kaum    Pausen.    Bei    manchen Stationen   brauchen   wir   auch   ein   paar   Minuten,   um   umzubauen,   wenn   beispielsweise   die Geister erwachen … dMP:    Wie    viel    Zeit    müsst    Ihr    im    Jahr    zum    Probieren    und    Nähen    der    Kostüme aufwenden? Mini:   Die   letzten   zwei   Jahre   habe   ich   nur   eines   gemacht   und   ein   Monat   dafür   investiert. Heuer   habe   ich   für   vier   Kostüme   zweieinhalb   Monate   gebraucht.   Meistens   lege   ich   am Freitag    vor    dem    Zauberwaldwochenende    noch    eine    Nachtschicht    ein,    damit    sie    fertig werden … dMP: Du nähst aber nicht alles neu, sondern änderst auch Bestehendes. Mini:    Für    mich    selbst    nähe    ich    es    eigentlich    komplett    neu,    weil    die    Kostüme    sehr themenbezogen sind. dMP: Für welche Rollen, bis jetzt? Mini:   Ich   spiele   immer   die   Bösen   …   lacht    –   die   Eiskönigin   und   die   böse   Waldfee!   Dabei   muss ich    auch    die    Leute    anschreien    –    lacht    –    aber    wir    wollen    die    Kinder    ja    auch    nicht erschrecken! Andrea:   Die   heurige   Geschichte   hat   meine   Schwiegertochter   geschrieben.   Wir   haben   damit im   April   angefangen   und   wir   brauchen   natürlich   auch   ein   Drehbuch!   Wichtig   dabei   sind neben   dem   Text   für   die   Schauspieler   vor   allem   die   Wege,   die   müssen   anfangs   farblich markiert   werden.   Mit   den   Proben   haben   wir   im   Juni   begonnen   und   treffen   uns   dazu   zwei Mal in der Woche.
Mini   zwischen   ihren   vorjährigen   Kreationen. Sonst würden wir zu viel verraten … Foto: der MÜRZPANTHER
dMP: Spielt Ihr immer in denselben Gruppen? Andrea:   Wir   haben   zu   dritt   angefangen,   jetzt   sind   wir   zu   zehnt!   Auch   die   Geschichte   ist umfangreicher   geworden!   Im   ganzen   Zauberwald   sind   wir   zwischen   fünfzig   und   sechzig Akteure!   Wenn   ich   eine   Geschichte   schreibe,   dann   schreibe   ich   sie   den   Schauspielern   auf den   Leib!   Dazu   kann   ich   mir   auch   schon   die   Kostüme   vorstellen.   Es   spielen   auch   alle   alles! Heuer bin ich selbst vom Fuchs zum Erzähler aufgestiegen … lacht. dMP: Habt ihr eigentlich noch Lampenfieber? Andrea: Immer! Mini:   Es   wird   weniger!   Beim   ersten   Mal   habe   ich   gar   nicht   schlafen   können,   beim   zweiten Mal   war   es   bereits   viel   besser!   Beim   dritten   mal   bereits   ohne   Panikattacken!   Beim   Spielen hilft die Schminke, sodass die Leute dich nicht erkennen!   dMP: Habt ihr ein Kostüm in Erinnerung, dass das „Highlight“ war? Andrea:    Die    Igelmutter    zum    Beispiel.    Aber    wirklich    konkret    kann    man    da    nichts herausgreifen, weil einem gefallen die Hexen, dem anderen die Kobolde und Elfen … Hanni: Wir müssen bei den Kostümen auch berücksichtigen, dass es regnet, oder kalt ist! Mini:   Deswegen   überlegen   wir   auch   immer,   ob   man   etwas   darunter   anziehen   kann.   Ich gestalte es so, dass es auch regenresistent ist. dMP: Worin seht ihr für Euch den Dank für das Mitmachen? Mini: Bei den Kindern! Wenn sie strahlen und dich anhimmeln, wenn du zu Ihnen gehst! Andrea:   Es   ist   auch   das   Mystische   und   dass   man   für   zwei   Tage   in   eine   Rolle   schlüpfen   kann. Manche   Kinder   glauben   auch,   dass   es   echt   ist!   Darum   bekommen   die   Kinder   auch   den Talisman!   Die   Geschichten   sind   oft   auch   sehr   berührend,   da   kann   man   schon   auch   als Erwachsener etwas mitnehmen. Das ist einmalig! dMP: Herzlichen Dank für das Gespräch!
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