der muerzpanther
MIT - Die Umfragebegleitung Auf   vielen   Anbauflächen   weltweit   sind   die   Erträge   heute   magerer   als   vor   20   Jahren.   Schuld daran    ist    ein    Verlust    der    Artenvielfalt,    erklärt    ein    Forscherteam    mit    österreichischer Beteiligung.    Dadurch    fehlt    es    an    Fressfeinden    für    Schädlinge    und    an    Bestäubern.    Eine Flurbereicherung mit Hecken, Bäumen und Blühwiesen würde höhere Erträge sichern. Diese   Problemstellung   existiert   in   verschiedenen   Formen   auf   der   ganzen   Welt.   Es   ist   seit langem   anerkannt,   dass   die   biologische   Vielfalt   eine   wichtige   Rolle   für   das   Funktionieren   von Ökosystemen     spielt,     die     Abhängigkeit     von     Ökosystemleistungen     (beispielsweise     die Bestäubung) von der biologischen Vielfalt wird jedoch diskutiert. Eine   früheres   Verfahren   und   Untersuchungen   ergaben   widersprüchliche   Ergebnisse,   während spätere   Studien   darauf   hindeuten,   dass   einige   wenige   dominante   Arten   die   Mehrheit   der Ökosystemleistungen   erbringen   könnten.   Es   bleibt   daher   unklar,   ob   einige   wenige   dominante oder    viele    komplementäre    Arten    für    die    Bereitstellung    von    Ökosystemdienstleistungen erforderlich   sind.   Wie   die   Zusammenhänge   funktionieren   und   wie   die   Artenvielfalt   letztlich zur   Bestäubungsrate   und   zu   natürlicher   Schädlingsbekämpfung   beiträgt   hat,   wurde   in   einer Studien   aus   27   Ländern   über   Landnutzung,   Artenvielfalt   (Biodiversität)   und   die   Ökosystem- Dienstleistungen für die Landwirtschaft mit einem Team um Matteo Dainese veröffentlicht. Die   Schlüsse,   die   es   daraus   zu   ziehen   gilt,   liegen   auf   der   Hand   -   die   Umsetzung   ist   aber immer ein anderes Paar Schuhe!
Auf   diesem   Foto   von   Gaetano   Cessati   -   unsplash   erkennt   man   gut,   wie   es   nicht   sein   soll:   Landwirtschaft   ohne   Hecken,   Bäumen   oder   Blühwiesen führen zu einer Verarmung der Artenvielfalt und damit zu geringerer Bestäubungsrate.
Eine    Ökosystemleistung    ist    etwa    die    Bestäubung    von    Obstbäumen    durch Wildbienen    und    Hummeln,    und    dass    Schlupfwespen    sowie    Raubkäfer    jene Schädlinge   fressen,   die   sich   sonst   über   Ackerfrüchte   hermachen   würden.   Es wurde   untersucht,   ob   es   genügt,   wenn   wenige,   weit   verbreitete   Arten   solche für   die   Bauern   nützlichen Arbeiten   verrichten,   oder   ob   es   eine   große   Vielfalt   an tierischen Dienstleistern braucht. Dazu   müssen   wir   uns   zunächst   mit   der   Frage   beschäftigen,      wer   für   Bestäubung und    damit    für    den    Fruchtertrag    und    für    die    Schädlingsbekämpfung,    alias „Nützlinge“   überhaupt   in   Frage   kommt:   zu   den   Bestäubern   gehörten   Vertreter der   Ordnungen   Hymenoptera,   Diptera,   Lepidoptera   und   Coleoptera.   Bienen   - die    Apoide    gehören    zu    den    Hymenoptera    -    waren    die    am    häufigsten beobachteten Bestäuber. Zu   den   Nichtbienen   gehören   Blattläuse   (Diptera),   andere   Fliegen,   Schmetter- linge   und   Motten   (Lepidoptera),   verschiedene   Käferfamilien   (Coleoptera)   und Hymenopteren,   einschließlich   Ameisen   (Formicidae)   und   die   Paraphylopteren Gruppe von Nicht-Bienenwespen. Zu   den   natürlichen   Feinden   gehörten   Laufkäfer   (Coleoptera),   Fliegen,   Spinnen     Hymenopteren,      einschließlich     Ameisen      und      Wespen,      Käfer,      Thripse, Netzflügelinsekten, Fledermäuse und Vögel . Anbei     habe     ich     die     Bestäuber     und     Nützlinge     in     einer     Bilderschau zusammengestellt   (natürlich   nur   ein   kleiner   Ausschnitt   aus   der   Natur),   damit Sie sich „ein“ Bild der Vielfalt machen können. Alle Fotos: Unsplash!
Die    Probleme    der    landwirtschaftlichen    Nutzung    sind    natürlich    großteils hausgemacht.   Es   sind   dabei   viele   Faktoren,   die   ineinandergreifen,   Bewusstsein muss   deshalb   in   alle   Richtungen   geschaffen   werden.   So   macht   es   einseitig keinen   Sinn,   die   Augen   -   weil   es   politisch   bereits   ge-   und   verbraucht   ist   -   vor der   wachsenden   Weltbevölkerung   als   Multiplikator   zu   verschließen.   Während des    letzten    halben    Jahrhunderts    hat    die    Notwendigkeit,    eine    wachsende Weltbevölkerung     zu     ernähren,     zu     einer     deutlichen     Ausweitung     und Intensivierung   der   landwirtschaftlichen   Produktion   geführt   und   viele   Regionen in vereinfachte Landschaften verwandelt. Die   Statistik   weist   für   das   Jahr   1970:   3,69   Milliarden   Menschen   auf   unserem Planeten   aus,   bis   heute   (2019)   hat   sich   die   Bevölkerung   innerhalb   der   letzten 50 Jahre auf 7,71 Milliarden mehr als verdoppelt. Diese    Entwicklung    hat    nicht    nur    zur    Steigerung    der    landwirtschaftlichen Produktion   beigetragen,   sondern   auch   zu   einer   Verschlechterung   der   globalen Umwelt   geführt.   Durch   den   Verlust   der   biologischen   Vielfalt   werden   wichtige Vorleistungen   für   die   Landwirtschaft   wie   die   Bestäubung   von   Kulturpflanzen und die biologische Schädlingsbekämpfung beeinträchtigt.  Die    jüngste    Stagnation    oder    sogar    der    Rückgang    der    Ernteerträge    bei fortschreitender    Intensivierung    weist    darauf    hin,    dass    alternative    Wege erforderlich   sind,   um   eine   künftig   stabile   und   nachhaltige   Pflanzenproduktion aufrechtzuerhalten.   Ein   besseres   Verständnis   der   globalen   von   der   biologischen Vielfalt   getriebenen   Ökosystemdienstleistungen   in   Agrarökosystemen   und   ihrer
Kaskadeneffekte auf die Pflanzenproduktion ist dringend erforderlich. Die    Studie    konzentriert    sich    auf    die    Leistungen    der    Bestäubung    und    der biologischen      Schädlingsbekämpfung,      da      diese      Leistungen      für      die Pflanzenproduktion von wesentlicher Bedeutung sind. "Die   positiven   Effekte   der   natürlichen   Dienstleister   fielen   umso   größer   aus,   je höher   die   Artenvielfalt   und   je   kleinteiliger   die   Agrarlandschaft   gestaltet   ist" , sagt    Bea    Maas    vom    Institut    für    Botanik    und    Biodiversitätsforschung    der Universität Wien. Wo    riesige,    monoton    bepflanzte    Flächen    vorherrschen,    gäbe    es    zu    wenige unterschiedliche Nützlinge, was sich negativ auf die Erträge auswirkt. Der   Mensch   müsse   daher   für   eine   möglichst   große   Biodiversität   sorgen,   um   sich die    "Gratis-Dienstleistungen"    der    Natur    nachhaltig    zu    sichern.    Um    das    zu gewährleisten   ist   jeder   dazu   angehalten,   etwas   zu   tun   -   und   sei   es   nur   in seinem   Garten   die   Wiese   über   ein   Jahr   stehen   zu   lassen!   Es   genügt   nicht,   auf einige   wenige   Arten   als   Bestäuber   und   Schädlingsbekämpfer   zu   vertrauen.   Um die   Vielfalt   an   Nützlingen   zu   erhöhen,   bräuchte   es   eine   Flurbereicherung,   so die   Forscher.   Dies   würde   den   Bauern   nicht   nur   bessere   Erträge   sichern,   sondern sie    müssten    bei    einer    guten    biologischen    Schädlingskontrolle    auch    weniger Insektizide kaufen und ausbringen. Sie   können   sich   einbringen,   indem   Sie   bei   dem   Projekt   MIT   mitmachen   und eine Stimme abgeben. Hier geht es zur ABSTIMMUNG!