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Der Mürzpanther

Der Naturpanther

NATUR

Der Biologe und Schmetterlingsexperte Rupert Kainradl im Gespräch!

Der Mürzpanther: Gibt es ausser im Naturhistorischen Museum bedeutende Schmetterlingssammlungen?

  Natürlich, gleich in der Nähe. Im Naturmuseum von Neuberg gibt es von Herrn Schliefsteiner eine wunderschöne Sammlung. Sie sind natürlich auch aufgespiesst. Diese Art der Präsentation bietet sich an, um Schmetterlinge aus fremden Ländern dem Publikum vorzustellen! Andererseits kann man in Schmetterlingshäuser gehen, wo die Exoten über Farmen bezogen werden. Im Tiergarten bestellen wir die Schmetterlinge auch von einer großen Farm in England, diese wiederum bekommen die Puppen aus den Ursprungsländern, was dazu beiträgt, dass durch diesen Handel der dortige Lebensraum erhalten bleibt. Viele Menschen leben von der Zucht, z. B. in Costa Rica haben sie erkannt, dass sie durch die Zucht von Schmetterlingen mehr verdienen können, als durch das Abholzen der Wälder!


Der Mürzpanther: Kommen die Schmetterlinge immer von Farmen, oder leidet der Bestand der dortigen Populationen durch den Handel? Beispielsweise Arten, die unter Schutz stehen?

   Es gibt natürlich Arten, die in diesen Ländern gefährdet sind, jedoch werden diese von den Farmen nicht angeboten! Interessanterweise sind aber viele Arten in den tropischen Ländern nicht geschützt. In Österreich ist das anders: den Schwalbenschwanz darf man nicht in Gefangenschaft halten und/oder züchten, durch das Naturschutzgesetz. Meiner Meinung nach ist das aber auch kontraproduktiv, weil die Populationen und die Dichte durch Zucht erhöht werden könnte. Andererseits dürfen Dillpflanzen, auf denen die Raupen sitzen, geschnitten und kompostiert werden.


Der Mürzpanther: Ist das das österreichische Naturschutzgesetz, oder hat sich durch die EU die Gesetzeslage diesbezüglich vereinheitlicht?

  Soviel ich weiß, sind die Naturschutzgesetze Ländersache. Speziell vom Schwalbenschwanz weiß ich, dass man ihn in Österreich nicht züchten darf, auch nicht in Deutschland.



Der Mürzpanther: Es lebt in der Vorstellung bzw. in der Werbung das Bild, dass Kinder/Leute mit Schmetterlingsnetzen auf die Jagd gehen! Ist das Sammeln von aufgespiessten Schönheiten heute noch erforderlich, oder welche Arten der Dokumentation gibt es für das Studium der Schmetterlinge?

  Angefangen hat es mit Aufspiessen von Schmetterlingen und um ein Tier genau zu studieren, muß man es natürlich permanent verfügbar haben. Die Bläulinge z.B.fliegen so schnell vorbei, dass man die Art nicht bestimmen kann. Man muß natürlich den Schmetterling nicht gleich aufspiessen, aber das Fangen mit Schmetterlingsnetzen ist auf der Uni eine gängige Praxis. Ich habe viele Vorlesungen und Exkursionen gemacht und dem Schmetterling macht das nichts - er verliert höchstens ein paar Schuppen - aber um die Art wirklich verlässlich bestimmen zu können, ist es Mittel zum Zweck! Vor allem bei so differenzierten Arten wie den Bläulingen, die so klein und die Merkmale im Vorbeifliegen so schwer zu erkennen sind. Echte Spezialisten können sie aber auch im Flug erkennen. Bei Bläulingen braucht auf der Unterseite der Flügel nur ein kleiner schwarzer Punkt zu sein, dann ist es schon eine ganz andere Art. Diese muß man dann kurz einfangen.

   Aufspiessen ist aber ganz etwas anderes. Ich bin nicht der Mensch, der gerne schöne Exemplare hinter Glas zu Hause hat, und sie wie Briefmarken sammelt. Ich muß aber gestehen, das ich auch aufgespiesste Schmetterlinge zu Hause habe. ABER!: diese habe ich bei mir zu Hause gezüchtet und sie sind eines natürlichen Todes gestorben! Sie sind dadurch natürlich nicht so perfekt erhalten, ab und zu fehlt beispielsweise ein Stück von einem Flügel! Es ist für mich eine schöne Erinnerung, diese Art gezüchtet zu haben.


Der Mürzpanther: Das Fangen mit Netz dient also lediglich der Bestimmung der Art? Oder doch auch anderen Untersuchungen, wie einem möglichen Schädlingsbefall der Schmetterlinge?

  Nein, was man eventuell noch entdecken kann, sind Milben! Diese sieht man aber am sitzenden Schmetterling auch. Milben sind auffallend rot gefärbt, gut erkennen kann man sie auch auf Bienen oder Hummeln. Sie sitzen auf den Blüten und befallen so die Insekten und saugen sie dann bei lebendigem Leibe aus. Bei Schmetterlingen ist die Untersuchung auf Milben nicht notwendig, bei Bienen jedenfalls! Das Fangen mit dem Netz dient auch nicht dazu, die Grösse einer Population zu erfassen, dazu reicht es, wie z.B. für denn Trauermantel oder den Apollofalter, sich in das Gebiet zu setzen und pro festgesetztem Zeitraum die Exemplare zu zählen!



  Genau!

Der Mürzpanther: Wie züchtet man? Erkennst Du die Eier einer Art, fängst Du ein paar Exemplare, die wiederum legen die Eier ab, die Entwicklung beginnt… welche Eigenheiten, wie Tag- Nacht oder Temperaturunterschiede braucht es unter Zuchtbedingungen für die Entwicklung?

Der Mürzpanther: Ist der Bestand der letzten zwei Jahrzehnte in Österreich- oder im Mürztal- an Schmetterlingsarten abhängig von der Bewirtschaftung in Agrargebieten?

  Die Schmetterlingspopulation, bzw die Artenzusammensetzung steht natürlich in direktem Verhältnis zur Lebensraumvielfalt. Schmetterlinge brauchen unterschiedliche Habitate, der Apollo braucht etwa diese Schotterrutschen, wie gleich bei Euch hier…fünf Minuten zu Fuß!


Der Mürzpanther: Da müssen wir unbedingt einmal hinschauen! Sieht man den Apollo jetzt? Ist der Hochsommer gut?

  Der Hochsommer ist die Flugzeit! Gerade jetzt ist es optimal!


Der Mürzpanther: Wie lange ist dann die Flugzeit?

  Die Flugzeit ist eigentlich ziemlich lang, wenn er nicht vorher von einem Vogel gefressen wird, müsste sie Mitte Juli bis Ende August sein!

Aber zurück zu den Habitaten: je vielfältiger sich ein Gebiet zusammensetzt, desto unterschiedlichere Habitate gibt es. Mit ein Grund ist auch, dass die Landschaft dann kaum intensiv genutzt ist! Generell kann man sagen: die Artenvielfalt eines Gebietes ist an der Vielfalt der Schmetterlinge ablesbar! Ein Schmetterling ist eine hervorragende Zeigerart. Im Niederösterreichischen gibt es den Segelfalter - hier nicht, im Mürztal ist es ihm zu kühl - und dieser braucht Krüppelschlehenhalden, die sind extrem mikroklimatisch begünstigt, ab Ternitz fangen die ersten Stellen an, genau dort gibt es auch die Ödlandschrecken! Dieses Beispiel zeigt, wie eine seltene Art an andere gekoppelt ist!


Das geht schon etwas in`s Detail. Es hängt natürlich stark von der Art ab, die man züchtet. Das Tagpfauenauge ist eine richtige Anfängerart, das könnte man auch einmal kleine Kinder züchten lassen. Zuerst muß man natürlich wissen, wo der Schmetterling das Ei abgelegt hat, man kann Brennesseln nach Raupen absuchen, dann kann man diese wunderbare Metamorphose beobachten.die Raupen könnte man dann in einen Gazekäfig einquartieren, diese entwickeln sich - verpuppen sich - und nach zwei bis drei Wochen, wenn die Temperatur passt, schlüpfen die Schmetterlinge! Und dann läßt man die Tagpfauenaugen natürlich frei! Das ist dann natürlich gerade für Kinder ein spektakulärer Moment, wenn sie sehen, was sie gezüchtet und gepflegt haben, um sie in die Freiheit entlassen zu können. Das ist dann wirklich etwas Schönes…..

Der Mürzpanther: Hat die Aufforstung einer Gegend, auch durch Einbringen von Kulturpflanzen - die ja auch eine grössere Vielfalt mit sich bringt - Einfluss auf die Habitate?

  Für die Schmetterlinge von Bedeutung sind die Streifen entlang der Felder. Dort wachsen Kornblumen, oder die wilde Möhre, die gerade für den Schwalbenschwanz wichtig ist, um seine Eier abzulegen. Aber die Sache ist zweischneidig, denn je intensiver eine Gegend bewirtschaftet wird, umso weniger dieser freien Stellen mit Wildwuchs gibt es! Und nur sehr wenige Schmetterlinge brauchen Waldflächen, der großen Eisvogel zum Beispiel. Er ist der größte Tagfalter in Europa und es gibt ihn übrigens in der Region hier. Prinzipiell brauchen die Schmetterlinge allerdings freie Stellen! Wichtig ist dabei eben die unterschiedliche Struktur von Wiesen, die dann eine reiche Vielfalt von Pflanzen hervorbringen, die wiederum Nahrungsquelle für die Raupen sind. Das grössere Problem ist allerdings das Düngen und die Insektizide. Neonicotinoide wirken sich nicht nur auf die Bienen, sondern auch auf die Schmetterlinge tödlich aus. Schädlich für die Populationen eines Standortes ist aber vielmehr die Überdüngung. Es wachst dann nur mehr Gras und Löwenzahn, weil sie Stickstoffliebhaber sind! Es ist einfach Lebensraumverdrängung.


Der Mürzpanther: Kann man das auch auf den eigenen Garten umlegen? Wie wirkt sich das Düngen von Pflanzen - auch im Topf - auf die Nymphalidae aus?

  Wenn man beispielsweise die Metamorphose des Schwalbenschwanz nimmt, bevorzugt er natürlich nicht gedüngte Pflanzen. Der Schwalbenschwanz legt auf Doldenblüter wie Dill oder Fenchel ab, oder auch Karotten. Wenn die mit Stickstoffdünger behandelt werden, produzieren sie Furanocumarine.

Anmerkung: Furanocumarine kommen u. a. in Doldengewächsen, Rosengewächsen oder Schmetterlingsblütlern vor. Bedeutung hat bei uns der Wiesenbärenklau. Sie wirken phototoxisch. Unter der Einwirkung von langwelligem UV- Licht binden die Furanocumarine an die DNA- Basen. Diese Pflanzen könne tödliche Vergiftungen bei Tieren hervorrufen. Resorptiv bzw. bei oraler Einnahme führen fototoxische Stoffe zu einer generalisierten Überempfindlichkeit der Haut gegen Sonnenlicht! Quelle: Pharmakologie und Toxikologie, Forth, Henschler, Rummel. Wissenschaftsverlag, 5. Auflage

Diese Stoffe schädigen die Raupe. Der Schmetterling meidet daraufhin das Ablegen seiner Eier auf dieser Pflanze. Ich selbst bevorzuge die natürliche Düngung im Garten. Bei mir gibt es diese Gifte wie round up nicht. Da zupfe ich lieber ein paar mal öfter. Gegen die Blattläuse gibt es die Marienkäfer, es hat alles sein yin und yang, aber: man muß die Natur lassen, wenn der Mensch eingreift, kommt das Gefüge aus dem Gleichgewicht. Auch der Gebrauch und die Folgewirkung von Pestiziden sind momentan nicht absehbar! Ich glaube, dass diese Wirkstoffe auch auf den menschlichen Organismus  Einfluss haben. In Frankreich wurde kürzlich nachgewiesen, dass diese Stoffe karzinogen sind. Es greift ja bei Pflanzen in die Stoffwechselfunktionen ein und egal ob das eine pflanzliche oder menschliche Zelle ist, muß man damit aufpassen.


Der Mürzpanther: Ich muß mir jetzt einmal ein Bier holen, darf ich auch eines anbieten?

  Nein danke!


Der Mürzpanther: Zu welcher Tageszeit hat man die beste Möglichkeit, Tagfalter zu beobachten?

   Die beste Zeit ist der späte Vormittag, wie jetzt im Hochsommer wenn die Sonne die Luft ordentlich erwärmt und die Luftfeuchtigkeit steigt. Dann sieht man die meisten Arten. Wenn man den großen Eisvogel beobachten will, ist der zeitige Morgen am besten. Wenn die Sonne aufgeht und es im Wald zu dampfen beginnt. Diese Art kommt nämlich nur im Wald vor. Schaut  beim Spazierengehen auf unasphaltierten Wegen, wo Lacken sind. Sie saugen dann gerne am frühen Morgen auf den Strassen Salze auf.  Um die Mittagszeit fliegen sie in die Baumkronen.


Der Mürzpanther: Wie sieht der aus?

  ImFlug kann man ihn vielleicht mit dem Schillerfalter verwechseln, sie haben auch einen ähnlichen Lebensraum, aber wenn man ihn sitzen sieht erkennt man an der Unterseite sehr schön die orange und blaue Färbung. So richtig eisblau. Die Oberseite ist dunkel, die Weibchen haben am Rand einen leichten Blauschimmer und sie haben ein weißes Band auf den Flügeln. Ein ziemlich breites sogar auf den Hinterflügeln. Das erkennt man auch im Flug. Der Falter kann doch bis 10 cm groß werden.


Der Mürzpanther: !!!! Ausdruck des Erstaunens !!! Nein, so Einer ist uns noch nicht untergekommen!

   Von der Größe ist man fast erschlagen, wenn man ihn bei uns sieht. Der Schwalbenschwanz kann ja auch ziemlich groß werden, aber der Eisvogel ist der größte.


Der Mürzpanther: Man sieht ja viele Schmetterlinge auf Kothäufchen sitzen, dient das rein zur Aufnahme von Salzen?

  Ja, sie brauchen es für den Stoffwechsel. Über die andere Nahrung, die sie aufnehmen, können sie die Mineralien nicht bekommen. Es gibt Schmetterlinge, die diese Salze vermehrt brauchen, weil sie nicht auf Nektar gehen, der große Eisvogel saugt nicht an Blüten, sondern an Baumsäften. Dort holen sie sich den Zucker und die Salze holen sie sich am Boden. Auch den Schwalbenschwanz sieht man - oft wenn es frisch geregnet hat - an Bachufern Salze aufnehmen.



Der Mürzpanther: welche Bedeutung haben Schmetterlinge?

   Die Bestäubung, weniger für die Landwirtschaft, aber viele Schmetterlinge haben sich auf  Blüten spezialisiert. Auf Madagaskar gibt es einen Schwärmer, der einen extrem langen Rüssel hat, ca dreißig Zentimeter lang und der bestäubt genau eine einzige Orchideenblüte, die auch so einen extrem langen Blütenkelch hat, ich glaube es ist der Darwin Schwärmer. Bemerkung: Xanthopan morganii praedicta.   

                          

Der Mürzpanther: Auch bei unseren langen Lilienblüten kommt regelmäßig ein Schwärmer bei Dämmerung, nur kann ich ihn nicht benennen.

  Das kann entweder ein Tannenpfeil sein oder eher ein Windenschwärmer! Wenn er am Körper hinten rosa Einsprenkelungen hat, leichte Querstreifen, ist es ein Windenschwärmer! Bei Dunkelheit ist er am besten mit einer Stirmlampe zu fotografieren. Wenn man Geißblatt setzt, das ist eine typische Schwärmerblüte, die am Abend besonders gut duftet, schwirren sie gerne herum.


Der Mürzpanther: Viele Schmetterlinge sind auf Pflanzen spezialisiert. Was können wir hier für den Trauermantel anbauen?

  Das ist diffizil. Der Trauermantel ist ein Biotopkomplex Bewohner. Er braucht Waldstücke, die teilweise offen sind, dann müßte man die Raupennahrungspflanzen und die Nektarpflanzen ansetzen. Der Trauermantel saugt nicht wirklich gerne an Blüten, locken kann man ihn eher mit Baumsäften. Die Raupennahrungspflanze ist die Sal-Weide (salix caprea).


Der Mürzpanther: Diese gibt es ja hier reichlich, die stehen zum Bach hin......

  ....... und das ist auch wichtig, dass ein Bach in der Nähe ist, der die Luftfeuchtigkeit hoch hält, damit sich die Raupen gut entwickeln können. Bei Eurer Situation hier in der Krampen habt ihr dann mit Sal- Weiden nicht nur den Trauermantel, sondern auch den Schillerfalter da. Zum Anlocken ist es empfehlenswert gährende Frücht hinauszustellen. Bananen mit ein bißchen Bier sind gute Lockmittel für Schmetterlinge, die Blütennektar nicht so bevorzugen. Man stellt das breiige Obst - Biergemisch einfach hinaus! Der Admiral wird dann sicher auch anzutreffen sein.


Der Mürzpanther: Ist der Bestand von Arten durch die Erwärmung, auch dadurch bedingte neue Pilze, Würmer, generell Parasiten gefährdet?

  Die Gefahr geht weniger von Pilzen oder Parasiten aus, sondern eher von der Lebensraumverschiebung. Arten jedoch, die Wärme brauchen sind begünstigt. Arten, die kühlere und feuchtere Gebiete brauchen, wie der große Eisvogel oder der Trauermantel, werden natürlich verdrängt, weil es weniger Stellen gibt, die kühl und luftfeucht sind. Ein anderes Bsp ist der Apollofalter, der eine hochalpine Art ist, so wandert die Baumgrenze bei Erwärmung höher, wodurch sein Lebensraum immer weiter nach oben verschoben wird, weil er baumfreihe Flächen braucht, wo die Fetthenne wachst! Ich sehe es aber weniger als Erwärmung, als als Klimaverschiebung. Dadurch kommt es aber zu Habitatverlust.

Der Mürzpanther: Sind Insektenhotels sinnvoll?

   Ich halte es so, dass ich den Garten etwas wilder belasse, ich brauche nicht den englischen Rasen, ein Haufen von Astwerk tut es am besten! Dort überwintert der Igel, der die Schnecken vertilgt, es ist ja wichtig, dass ein Gleichgewicht besteht! Und diese Insektenhotels kann man sich ersparen, wenn man ein paar Asteln liegenläßt, weil sich drinnen dann Schmetterlinge und auch Bienen aufhalten. Wenn jemand halt mehr Natur und damit Lebensräume für Tiere bieten will, ist natürlich Vielfalt besser und nicht, dass jeder Grashalm gleich hoch ist. Oder dass der Strauch in Kugelform geschnitten ist, weil man damit die Eigelege der Schmetterlinge entfernt.

Der Mürzpanther: Nymphalis antiopa ist ein Falter, der ja auch große Kälte verträgt und für die Entwicklung braucht. Milde Winter hingegen setzen ihm eher zu.

   Bei allen Schmetterlingen, die als Falter überwintern, sind zu milde Winter der Tod! Weil der Stoffwechsel hochgefahren wird! Das Tagpfauenauge, der kleine Fuchs und der Trauermantel überwintern als Schmetterling. Wenn dann die Temperatur steigt und der Stoffwechsel einsetzt, finden sie natürlich im Winter keine Nektarpflanzen und verbrauchen die Reserven, die sie sich vorher angefressen haben und sterben.


Der Mürzpanther: Wie schützen sich Schmetterlinge gegen die Kälte? Bei uns gibt es bis zu minus zwanzig Grad!

  Durch Zuckereinlagerungen! Das ist ein fantastisches Frostschutzmittel - je höher die Konzentration, desto tiefer liegt der Gefrierpunkt. Das haben z.B. auch Kakteen entwickelt. Die schrumpeln dann richtig zusammen und werden ganz süß! Schmetterlinge haben auch Fette eingelagert, die als Zellschutz dienen. Sie müssen sich aber natürlich auch geschützt über Winter aufhalten, wo die Temperaturschwankungen nicht hoch sind! Deswegen sitzen sie in Holzhaufen oder an geschützten Stellen. Das ist der Grund, warum man im Herbst oft Tagpfauenaugen in Innenräumen wie Kellern antrifft. Das wird ihnen dann aber auch zum Verhängnis, wenn die Fenster zu sind.


Der Mürzpanther: Wie alt sind Schmetterlinge entwicklungsgeschichtlich?

  Sie sind sehr alt; der wissenschaftliche Name ist Lepidoptera; d.h. Schuppenflügler. Diese haben sich aus Insekten, die behaarte Flügel gehabt haben entwickelt. Die Schuppen sind nichts anderes als modifizierte Haare.

Der Mürzpanther: Aufgrund des Alters sind Schmetterlinge ein Erfolgsmodell! Wie groß ist der Lebensraum von einem Schmetterling?

    Das ist ganz unterschiedlich; der Lebensraum vom Apollofalter da vorne (deutet flußaufwärts) ist 20 x 50 Meter! Dort findet er die Nektarpflanze und die Futterpflanze für die Raupen! Es gibt aber Arten, die eine andere Strategie verfolgen. Der Segelfalter fliegt, wenn das Weibchen befruchtet ist, kilometerweit, um die verschiedenen Eiablagestellen zu suchen. Es gibt auch Kulturfolger, wie den Kohlweißling, der allgegenwärtig in Gärten anzutreffen ist.

Photo Rupert Kainradl

Schwalbenschwanz - Papilio machaon

Photo Rupert Kainradl

Apollofalter - Parnassius apollo

Habitat des Apollofalters

Landkärtchen - Araschnia levana

Weiße Baumnymphe

Trauermantel - Nymphalis antiopa

Der Mürzpanther: Was gibt es zum Liebesleben der Schmetterlinge zu sagen? Geht das über optische Reize, Farbgebung oder Duftstoffe?

  Beides. Bei Tagfaltern sind optische Reize natürlich stärker als bei Nachtfaltern. Die Selektion in der Natur erfolgt auch über die kräftigeren Farben! Schmetterlinge mit ihren Facettenaugen nehmen ein breites Spektrum wahr - bis in den UV - Bereich. Bienen sehen auch im UV- Bereich, wobei die Blüten eigen UV- Male haben, richtiggehend Leitlinien. Sozusagen eine Landebahn für die Biene.


Der Mürzpanther: Wo sitzen die Riechzellen?

  Auf den Tarsen - die letzten Glieder der Beine - und natürlich in den Fühlern. Die vor allem männlichen Nachtfalter haben federartige Fühler, die sehr breit werden können. Die Größe dieser kann man auch zur Unterscheidung der Geschlechter  hernehmen. Weibchen tragen dünnere, die Männchen die großen federartigen, die sie brauchen um Weibchen auszumachen. Für die Nachtfalter spielen die Pheromone eine sehr große Rolle. Das Männchen fliegt der Konzentration entgegen. Auch über viele Kilometer.


Der Mürzpanther: Beinhalten die Fühler auch so etwas wie ein Gleichgewichtsorgan? Oft sieht man die Schmetterlinge sehr unruhig fliegend!

  Grundsätzlich hat jede Art ihren eigenen Flugstil. Ich erkenne sie auch am Schatten! Die Fühler sind hauptsächlich Tastorgane für die Schmetterlinge. Darüber testen sie die chemischen Stoffe einer Futterpflanze. Und ob sie die Eier ablegen können, oder ob sekundäre Pflanzenmetabolite drinnen sind, die für die Raupenentwicklung schädlich wären.

Der Mürzpanther: Die Zeichnung der Raupen ist zum Teil sehr spektakulär! Korreliert das in der Farbgebung mit dem fertigen Schmetterling?

   In der Insektenwelt geht es meistens um tarnen oder warnen. Alle spektakulären Raupen wollen warnen, durch die Farben gelb oder rot! Die Raupen wollen einfach die Fraßfeinde schrecken. Der Schwalbenschwanz hat noch zusätzlich eine Drüse, die im Nacken versteckt ist, das sog. Osmaterium. Wenn ein Vogel ihn da packen möchte, drückt er die Drüse aus und stinkt unangenehm nach Buttersäure. Wespen lassen dann sofort ab, aber auch Vögel erschrecken! Die zweite Strategie ist das Tarnen. Spannerraupen sehen einem Ast zum verwechseln ähnlich! Die junge Schwalbenschwanzraupe ist als Vogelkot getarnt. Englisch: bird droping mimese.

Der Mürzpanther: Woher kommen die Pigmente und damit die Farben der Lepidoptera?

  Es gibt verschiedene Flavinoide, die die Raupen schon aus den Pflanzen aufnehmen. Weißlinge haben auf der Flügelunterseite einen gelben Schimmer, verursacht durch diese Aufnahme der Raupen. Andere Schmetterlinge haben Strukturfarben drinnen oder die berühmten Morphofalter in den Tropen, die blau schimmern. Das bedingt die Lichtbrechung. Auf einer Schuppe wird von den Spektralfarben nur das blaue Licht weitergeleitet. Bedingt durch die Struktur der Schuppe. Bei anderen Tierarten werden die Farben durch Zellveränderungen hervorgerufen.


Der Mürzpanther: In Literatur und darstellender Kunst werden Schmetterlinge als Sinnbild von Schönheit und Vergänglichkeit dargestellt. Welche Wesenseigenschaften siehst Du in Schmetterlingen?

   Der Schmetterling selber hat ja nur eine Lebensspanne von zwei bis drei Wochen, wenn er nicht vorher gefressen wird. Natürlich haftet dem Schmetterling der Pathos der Vergänglichkeit an! Bei uns wird der Zitronenfalter am ältesten. Sie können bis zu einem Jahr alt werden, weil sie im Sommer eine Ruhephase einlegen. Wenn es zu heiß wird verschwinden sie und kommen erst im Herbst wieder. Das Ziel des adulten Schmetterlings ist nur die Vermehrung und Arterhaltung.


Der Mürzpanther: Wir brauchen noch dringend eine Superlativ. Welchen würdest Du als Deinen schönsten oder prachtvollsten Falter benennen? Schätzt Du in Österreich etwas besonders?

  Den großen Eisvogel. Das ist ein absolutes Highlight! Wenn man den bei uns in der Gegend zu Gesicht bekommt, kann man sich sehr glücklich schätzen! Mein exotischstes Ereignis war auf Bali, wo ich die Vogelflügler gesehen habe. Das sind riesige Tagfalter. Sie wurden von Edgar Wallace auf seinen Entdeckungsreisen nach Indonesien entdeckt. Sie sind durch ihre metallischen Farben extrem spektakulär. Von orange über gold bis hin zu grün. Meine absoluten Favoriten!

NATURMUSEUM NEUBERG

NATURMUSEUM NEUBERG

Trauermantel

Der Mürzpanther: Haben Schmetterlingshäuser in Großstädten irgendeinen Wert, außer dass die Leute sagen: schön war`s ? Es wird ein bißchen als Attraktion bei einer Stadtbesichtigung gesehen.

  Das liegt halt ganz beim Interesse des Besuchers… allerdings machen sich in der heutigen Gesellschaft die Leute nicht mehr die Mühe, sich selber zu informieren. Es geht um die Menschen selber, die es wert finden müssen, sich die Informationen selbst und aktiv zu holen.

 

Der Mürzpanther: Darum wäre es ja sinnvoller in die Natur zu gehen um sich die Viecher einmal anzuschauen….der Aufwand ist halt ungleich größer!

  Ich kann einem Schmetterlingsneuling empfehlen, sich einmal ein Schmetterlingshaus anzusehen; beobachtet die Arten und laßt Euch viel Zeit! Bleibt an einem Ort stehen und schaut! Die Schmetterlingshäuser setzen viele Raupennahrungspflanzen. Dann kann man den Raupen beim Fressen zuschauen oder dem Schmetterling bei der Eiablage. Das ist natürlich nur durch längeres Verweilen sichtbar. Dazu kommt noch, dass diese Häuser zur Art - und Lebensraumerhaltung beitragen. Durch den Import der Raupen aus den Herkunftsländern. Natürlich handelt es sich dabei um tropische Exemplare, da man ja heimische nicht züchten darf. Daneben stehen Schmetterlinge wie der Segelfalter und der große Eisvogel auf der roten Liste. So wie auch der Schwalbenschwanz, glaube ich.

Nymphalis antiopa - Trauermantel Spezial!

Der Spaziergang begann am 31. März ganz unbeschwert mit unserem Hund, nichts Auffälliges, nichts Besonderes. Die Kamera war dabei. Ich dachte an die Exkurse von Rupert, vielleicht werde ich einmal den Eisvogel sehen können, hier im Wald, am Bach, entlang des Weges. Die Runde war fast zu Ende, als es passierte: ein Trauermantel umflog mich. Aus dem Häuschen wäre noch untertrieben, Begeisterung ergriff mich sofort. Er ließ nicht locker, setzte sich zuerst in mein Haar, auf den Tragegurt meines Photoapparates, dann auf meinen Pullover; zuguterletzt auf den Arm meiner L.A.B. (Lebensabschnitts- begleiterin)! Und da bekam ich ihn vor die Linse: sehen Sie die spektakulären Bilder des 31. März! Deutlich sieht man auf den Photos, wie er sich an den Salzen unserer Haut delektiert.






Die Farbpalette des Trauermantels:

Der Trauermantel gehört zu den größten Edelfaltern, die es bei uns in der Steiermark gibt. Seine Flügelspannweite erreicht bis zu 70 mm! Ich hoffe, dass ich dieses Jahr im Mai oder Juni die ebenfalls spektakulär gefärbten Raupen vor die Linse bekomme: schwarz mit roten Flecken, dazu gefiederte Dornen - ich werde sie suchen gehen!            

Beschreiben kann man ihn farblich: purpur, braunrot, cremegelb, weißlich und auffälligblau. Auf jeden Fall samtartig. Spektakulär ist auch die ganz dunkle, in`s Schwarz hineinreichende Unterseite, die ebenfalls mit dem über den Winter verblassenden cremegelben Rand konturiert ist. Der Trauermantel überwintert als Adulter und fliegt dann wieder im April. Bis in den Juni hinein. Ab Juli gibt es dann bereits die nächste Generation an Nymphales. Beobachten können Sie diese in Bachnähe mit Sal-Weiden oder Birkenbestand.

Der Trauermantel gehört inMitteleuropa zu den gefährdeten Schmetterlingsarten. Bei uns hier im Mürztal ist er jedenfalls ein Naturschauspiel, das es ganz und gar zu genießen gilt.

Herzlichen Dank für das Interview! Der Mürzpanther

Vom irdenen Dasein eines beinahe Unwirklichen.


Einfach ist es nicht. Er läuft nicht schnell, aber dennoch verlangt mir dieser Käfer aufgrund seines Farbspieles die größte Bewunderung ab. Ich habe ihn schon so oft gesehen: beim Mähen und Sähen, beim Chillen und Grillen, beim Rosenschneiden, beim Abendbier. Meist aber am Nachmittag. Der Hund ist aufgesprungen und hat ihn mit seiner Nase in Augenschein genommen: ohne Interesse. Ich habe ihn immer aufgrund seiner schönen Zeichnung auf den Deckflügeln für eine Goldschmiedearbeit gehalten und bewundert, und wollte mehr zu diesem kleinen Wunder der Naturfarbgebung erfahren.

   Dazu habe ich Mag. Wolfgang Paill kontaktiert. Der Entomologe (die Lehre befasst sich mit Insekten, die Koleopterologie mit Käfern) des Universalmuseums Joanneum hat sich die Zeit genommen, mir Auskunft zu geben. Dafür Danke!

dMP: Um welchen Laufkäfer handelt es sich?


Mag. Wolfgang Paill: Bei dem von Ihnen beobachteten Laufkäfer handelt es sich um den kleinsten heimischen Vertreter der sog. Großlaufkäfer aus der Gattung Carabus, nämlich den Hügel-Laufkäfer, Carabus arcensis. Die bei uns vorkommende Form ist Carabus arcensis noricus, eine Unterart, die nur wenig über die Grenzen Österreichs hinaus verbreitet ist und daher als Endemit Österreichs sensu lato bezeichnet werden kann. Genetische Proben aus der von Ihnen bekannten Population wären interessant, sie sehen ungewöhnlich stark skulpturiert aus...


dMP: Lokal tritt diese Art sehr häufig auf. Gibt es Gebiete, wo er früher oft vorkam und jetzt gefährdet ist? Wie ist die Verbreitung in der Steiermark?


Mag. Wolfgang Paill: Carabus arcensis hat keine besonders engen Lebensraumansprüche und kommt auf sehr unterschiedlichen Waldstandorten vor, besiedelt aber auch die alpine Stufe, hier schwerpunktmäßig Zwergstrauchheiden.

   C. arcensis ist derzeit in Österreich ungefährdet, wenn auch einzelne Populationen oder sogar genetisch differenzierte Formen auf kleinräumige, isolierte Areale beschränkt sein dürften. In letzteren Fällen bestünden dann Gefahren infolge menschlicher Eingriffe, wie Rodungen, Straßenbau etc.


Genetische Proben aus der von Ihnen bekannten Population wären interessant, sie sehen ungewöhnlich stark skulpturiert aus...“


Mag. Wolfgang Paill: Laufkäfer zählen zu den am besten erforschten Tiergruppen in Österreich, dzt. arbeite ich an der Erstellung einer aktuellen Checkliste bzw. gemeinsam mit Kollegen an der Fertigstellung einer Roten Liste der gefährdeten Arten Österreichs. Dennoch ist noch sehr viel zu tun, wobei die es umso spannender wird, je intensiver man sich mit dieser Gruppe auseinandersetzt.


dMP: Gibt es "allopatrische Speziation" einer Art, Gattung, beispielsweise durch die Trennung durch die Schneealpe? Oder überwinden die Carabiden auch Berge?


Mag. Wolfgang Paill: Die Art ist „relativ gut“ ausbreitungsfähig, wenn auch keine Flugfähigkeit vorliegt, zumal zum Flug befähigende häutige Hinterflügel fehlen (bei den Käfern sind die Vorderflügel zu harten, dem Schutz dienlichen Flügeldecken umgewandelt). Carabus arcensis tritt bekanntermaßen in sehr unterschiedlichen Farbgebungen auf.


dMP: Wie lange ist der Lebenszyklus eines Käfers? Kann die Entwicklung durch besonders warme Winter, andere Jahreszeiten beschleunigt oder verzögert werden?


Mag. Wolfgang Paill: Ein Großteil der Laufkäfer (auch der „Hügel-Laufkäfer“) pflanzt sich im Frühjahr fort, die Larvalentwicklung (drei Larvenstadien, die sich überwiegend durch ihre Größe unterscheiden) erstreckt sich über den Sommer, darauf folgt die Puppenruhe mit der vollständigen Metamorphose (also Umgestaltung zum adulten Käfer, der nicht mehr wächst). Je nach Art, aber auch in Abhängigkeit vom jährlichen Witterungsverlauf (Modifikationen in der Dauer der Entwicklung, aber kein Einschub einer weiteren Generation) und der Höhenlage werden die frisch geschlüpften (dann noch nicht vollständig ausgehärteten und noch hell gefärbten) Käfer dann noch im selben Jahr aktiv oder überwintern in ihrer sog. Puppenwiege. Im darauffolgende Jahr wird diese neue Generation geschlechtsreif und reproduziert wiederum im Frühjahr.

Der Mürzpanther: Nicht ganz so weit weg wie Deutschland ist dein momentanes zu Hause, ich habe gesehen Du hast ein Nummerntaferl auf dem steht GF. Das tut mir leid. Da hast Du in deiner Heimatgegend so wunderbare Berge, wie kommts?

   Ich muß gestehen, früher haben mich die Berge etwas eingeengt,als ich noch ein Kind war. Aber ich habe es geliebt in der Natur zu sein.


Der Mürzpanther: Bist Du hier in Altenberg aufgewachsen?

  Ja sicher! Ich bin in die Volksschule in Altenberg (die aber leider  zu gemacht hat, weil zu wenige Kinder sind), dann draussen in Mürzzuschlag in`s Gymnasium gegangen und dann bin ich für`s Studium nach Wien gezogen und dann liebesbedingt nach Gänserndorf - lacht -  

  

Der Mürzpanther: Das paßt und das lassen wir jetzt einfach so stehen!

War das Interesse für die Spezialisierung auf die Schmetterlinge immer schon da, auch vielleicht aufgrund der Gegend hier?

  Ausschlaggebend war ein Besuch im Tiergarten, das Schmetterlingshaus hieß damals noch „Sonnenuhrhaus“, das kennt Ihr sicher noch! Ich war damals mit meinen Eltern dort, die gemeint haben das Schmetterlingshaus auch noch schnell zu besuchen, und ich hab mir nur gedacht: /na toll, jetzt kann ich da auch noch in die Hitz`einegehn/, es hat mich ziemlich angezipft, mit 11 oder 12 Jahren. Ich bin dann halt hineingegangen und war ganz erschlagen von dieser Farbenbracht, ich war begeistert! Es war für mich ein bisschen so wie eine kleine heile Welt. Wie im Garten Eden, es hat alles geblüht, die Schmetterlinge sind herumgeflogen…


Der Mürzpanther: Es ist ja tropisches Ambiente…

  Ja genau!


Der Mürzpanther: Mir kommt in den Schmetterlingshäusern vor, dass es keine besonders große Artenvielfalt gibt;

   Sache ist, das man genau schauen muß! Wenn man nur hineingeht und glaubt, dass sie einem nur vor der Nase herumfliegen, täuscht man sich leicht. Sie sitzen auch oft nur irgendwo, wenn ihnen zu heiß ist. Früher, das Sonnenuhrhaus war für mich das optimale Schmetterlingshaus, weil es nicht so hoch war. Viele Schmetterlinge sieht man im Schmetterlingshaus im Burggarten kaum, weil das Haus zu hoch ist! Und meistens verhungern sie dann auch, wenn sie hoch oben in den Netzen hängen bleiben. Aber um zurückzukommen auf die ursprüngliche Frage des Interesses: ich habe dann mit dem Tagpfauenauge begonnen zu züchten, um diese Metamorphose einmal live mitzubekommen, vom Ei über die Raupe, hin zur Puppe und dem Schmetterling! Das ist einfach spektakulär!

Hierbei handelt es sich um ein burgenländisches Exemplar. Photo: Mag. Paill.

   Zu den Fotos: Diese zwei Käfer habe ich vor die Linse bekommen. Der erste ist etwas größer und dunkler in der Hauptfarbe, der zweite etwas kleiner und viel auffälliger, da heller und "bunter"; er changiert mehr in`s grün. Die Größe ist mit 30 - 35 mm anzugeben. Die Zeichnung ist sehr auffällig, ein durchgehendes Kettenmuster; vom Hals weg etwas längere Streifen, die dann eher zu Punkten werden. Auf jeder Deckflügelseite befinden sich 3 Linien mit oben beschriebener Musterung.

dMP:  Wie alt kann ein Adulter werden?


Mag. Wolfgang Paill:  Insbesondere große Arten, wie auch der Hügel-Laufkäfer können noch weitere Jahre überleben und auch noch weitere Male reproduktiv werden. Mit 4-5 Jahren ist dann aber wohl das Maximalalter erreicht, wenn auch für einzelne verwandte Arten bereits eine längere Lebensdauer nachgewiesen wurden.


dMP: Können Sie mir noch einen Steckbrief dieses Käfers erstellen?


Mag. Wolfgang Paill: Zur tageszeitlichen Aktivität: Sie sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, das Ausbreitungspotenzial liegt durchschnittlich bei 6,5 m pro Tag, Die Nachkommenzahl: ca. 25 Eier, Dauer der Larvalentwicklung: 2 bis 3 Monate (je nach Höhenlage), Überwinterung: unter Moosen, in faulen Baumstrünken und Stämmen; Nahrung: Carabus arcensis ist ein relativ unspezifischer Räuber, d. h. seine Nahrung sind Insekten, Würmer, Schnecken etc. (Die Larven sind ebenfalls Räuber, unter Umständen spezifischer, darüber weiß man allerdings nichts). Die Larven von Germars Laufkäfer - den sie sicher schon beobachtet haben - sind an der Bodenoberfläche unterwegs und ernähren sich – wie meine Darmanalysen gezeigt haben – großteils von Jungschnecken der Spanischen Wegschnecke.


Der Mürzpanther: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Ein Geschöpf zwischen Ballett und Defilee.


Zuerst sah ich ihn - den SCHWALBENSCHWANZ, wissenschaftlicher Name Papilio machaon - auf einer dieser prachtvollen, weil tief violetten Blüten des Sommerflieders sitzen. Ich kam gerade mit dem Hund zurück. Deswegen verweilte ich - nicht glauben wollend ihn fotografieren zu können, ob seiner Größe - seiner Schönheit - seiner Seltenheit. Ein sehr helles, fast weißes Exemplar! Schnell erhob er sich, flog in weitem Bogen über die Straße, durch den Garten der Nachbarn, unter meiner Beobachtung zurück auf den Sommerflieder. Zwischenzeitlich war der Hund im Haus und der Fotografische zur Hand.

Eine viertel Stunde! seines kurzen Lebens schenkte er mir. Der Flug. Die Grazie. Plötzliche Richtungs -, gefolgt von unerwarteten Höhenänderungen  verleihen diesem Schmetterling Vollkommenheit. Ballett und Defilee haben sich in der Natur im Flug des Schwalbenschwanzes vereint. Sehen Sie eine Bildfolge dieses wunderbaren Schmetterlings. Dazwischen versteckt sich ein Admiral und ein Schwarm des „gemeinen Scheckenfalters“. Diese sieht man bei uns sehr häufig, weil sie gerne auf Kothäfchen sitzen!

Zentral ein zweites Bild der Raupe, die sich neben der grasgrünen Farbe durch die Verschiedenheit der Punkte hervorhebt: Zu welchem Zweck, erkennen andere Insekten diese Farben überhaupt? Sind es winzig kleine Augen?

Über diese herrlichen Geschöpfe können Sie alles im Artikel darüber lesen!

Von der Fortpflanzung eines Carabus  steht im vorher zitierten Magazin für Naturkunde aus dem Jahre 1807 geschrieben:


Von den männlichen Geschlechtstheilen:

„Die Hoden bestehen aus verschiedenen neben einander liegenden Bündeln so feiner Gefäße, daß ihr 40 mahl vergrößerter Durchmesser noch nicht die Dicke eines mit bloßem Auge gesehenen menschlichen Haares hat, …“ Weiters: „Auch die männlichen Zeugungstheile sind wie der Darmkanal und die weiblichen Geschlechtstheile überall mit den feinsten Bronchien der Luftröhre überzogen.“

 Von den weiblichen Geschlechtstheilen:

„Sie bestehen immer aus einer Scheide, zwei Gebährmüttern und mehreren Eierstöcken an jeder derselben; … sie sind bald länger und und mit mehreren Eiern, welche hintereinander liegen, versehen. Bei dem Carabus finden wir auf jeder Seite 13 Eierstöcke. Die Scheide ist ziemlich lang und hat gar keine Neben - oder Leimgefäße wie bei vielen anderen Insekten.“

„Hierauf folgt ein länglich eiförmig verdickter Teil der Vulva, welcher inwendig eine hornartige Membran hat und dick mit Muskelfasern überlegt ist. Dieser Theil nimmt das Ende des spitzen, hornartigen Penis auf und um von demselben nicht beschädigt zu werden, ist diese feste Textur sehr nötig.“

So also ist die Wissenschaft;, meine Beobachtung dauerte etwa 5 Minuten, als sie mir beim Mähen über den Weg liefen. Danach war eines bemerkenswert, aus welchen Gründen auch immer: Beide Käfer liefen in einer selten gesehenen Geschwindigkeit auseinander!

Liebe Gäste, liebe Einheimische!

SO NICHT!

   Wir haben in der Steiermark das unfassbare Glück, Schätzen der Botanik zwar nicht auf Schritt und Tritt zu begegnen, aber im Sommer deren Wege auf der Alm und auch im Tal zu kreuzen. Jeder, der um die Besonderheit und Seltenheit zweier geschützter Pflanzen, Lilien weiß, schätzt sich glücklich, sie in ihrem natürlichen Habitat zu entdecken! Heute ist Montag, der 11. Juli 2016. Heute habe ich einen Standort von Lilium martagon - der Türkenbundlilie im Mürztal erfahren. Heute bin ich hingefahren, um sie bewundern zu können. Heute habe ich Flurschändung erfahren müssen.

   Eine geschützte Pflanze: einfach abgeschnitten! Das gefährdet nicht nur die Verbreitung, sondern ist strafbar! Das gehört sich einfach nicht. Begnügen Sie sich doch damit, ein Photo zu machen. Daran erfreuen Sie sich auch noch Monate später. Geschützte - aber auch nicht geschützte - Pflanzen abzureißen, auszureißen, auszugraben, auszustechen, mitzunehmen oder zu zertreten ist sinnlos und unnötig. Kommen wir unserem Auftrag nach: Unsere Gegend lebt von unserer Vielfalt, Natur und Kultur, deshalb gilt es sie zu schützen!

Links sehen Sie die Türkenbundlilie, oben die Feuerlilie. Beide sind in der Steiermark heimisch und geschützt. Es muß nicht soweit kommen, dass sie gefährdet sind. Deswegen: Lasst sie stehen! In der Natur.

Deswegen werde ich den Standort auch nicht verraten, damit niemand  auf Ideen kommt ...

„Carabus arcensis ist ein relativ unspezifischer Räuber, d. h. seine Nahrung sind Insekten, Würmer, Schnecken etc.“

Als ich diese Szene entdeckte bot sich folgende Situation: Der Laufkäfer steckte zu Hälfte in dem Maikäfer. Diesem fehlte bereits der hintere Teil seines Körpers. Der Carabus stieß immer weiter in den Körper des Maikäfers vor. Dessen Beine bewegten sich noch und als ich das Szenario durch mein Erscheinen störte, ließ der Carabus kurz von seinem Opfer ab, der sich - nur mehr als Hälfte - kurze Zeit wieder an einen Grashalm klammern konnte. Das dauerte nicht lange. Der Hügellaufkäfer wollte nicht so schnell aufgeben - er stieß abermals in den bereits ausgehölten Körper vor und ließ erst ab, als Regungslosigkeit und Tod den Maikäfer befiel.

So nahe liegen in dieser Jahreszeit Geburt und Tod beieinander. Es war der Zyklus der Natur in Eiltempo durchaufen, der Tod des Einen ist das Leben des Anderen. Es gibt keine Wertung und genau so sollten Sie dieses unglaubliche Filmdokument sehen. Eines hat mich fasziniert: Die Sonne hat durch die Hülle des Maikäfers - siehe Bilder unten - den Carabus goldgelb gefärbt!