Der Mürzpanther

Der Mürzpanther

vonKANDIDATEN

Ein kleiner Ort namens Kalwang. Und ein Kandidat namens Gernot Pointner für das Präsidentenamt.

Der Weg wird von verschneiten Hügeln und Bergen begleitet. Nebelschwaden liegen in Fetzen dazwischen. Es ist abwechslungsreich. Und hübsch anzusehen. Ich war noch nie in Kalwang. Es ist eine dieser ersten Ausfahrten, nachdem man das Murtal verlassen hat, auf der A9. Erwartungen habe ich keine gehabt. Und wurde äußerst positiv vom Stadtbild überrascht. Große Höfe wechseln mit stattlichen Mauern ab, man spricht etwas von der Familie Liechtenstein und einem Schloß.  Das nächste Mal vielleicht. Ansonsten trifft man hier knapp vor Mittag nicht viele Leute auf der Straße, das ermöglicht eine ruhige Betrachtung der Stadt. Mir gefallen hier wie überall leicht bröckelnde Fassaden, die von Alter zeugen und von Standhaftigkeit. Am Platz gibt es natürlich die Kirche, ein eher unauffälliger Bau, wie es Freunde der Gotik bezeichnen würden.

  Wir schlendern ein bisschen weiter, wieder eröffnen sich von Höfen gesäumte Plätze. Im Sommer wird dies sicher ein wahrlich hübscher Platz, der einlädt zu verweilen.

  Wir jedoch haben einen Termin: bei Gernot Pointner, der dabei ist 6000 Unterstützungserklärungen aufzustellen. Vor dem Haus werden wir freundlich begrüßt und hinein gebeten. Die Medien berichten nicht über ihn. Über Alle anderen schon. Warum?

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dMP: Wenn Sie Journalist wären, was würden Sie einen Bundespräsidentschaftskandidaten als Erstes fragen?

Gernot Pointner: ... Dass sie bis dato noch nie irgendetwas aufgezeigt haben, sondern alle, lediglich repräsentativ im Hintergrund sitzend, wohlwollend die Politik beobachten, aber nicht eingreifen. Das ist für mich ein Problem. Bundespräsident Heinz Fischer hätte wirklich sehr oft sagen müßen: „Liebe Leute. So geht es nicht!“ Letztendlich hat er hie und da eine Meinung von sich gegeben, d.h. er hat gegen die Freiheitlichen gemosert, weil Strache in Richtung Faymann gesagt hat, er wäre ein Staatsfeind. Da hat er halt „Du, Du!“ gesagt, aber es hätte viele andere Gründe gegeben, wo er hätte eingreifen müssen. Zum Beispiel die Streiterein und der Stillstand zwischen Rot und Schwarz. Er hat sich nie dahingehend geäussert, dass man auch etwas Produktives für Österreich machen kann. Im Prinzip hat er eine Politik gehabt, wo ihn nichts interessiert hat.


dMP : Liegt es auch daran, dass viele Politiker außer Parteiarbeit niemals etwas anderes gelernt oder gemacht haben?

GP: Unser jetziger LH Schützenhöfer hat eine Lehre gemacht und dann steht im Lebenslauf nur mehr: Partei!

dMP: Sie sind geborener Steirer?

GP: Ja. Geboren bin ich in Bruck an der Mur, aufgewachsen in Kalwang bis zu meinem 15. Lebensjahr, dann bin ich nach Wien hinaus, habe dann einen wiener Dialekt gehabt, der aber wieder weggeht und der steirische wieder mehr durchkommt. Ich war einige Jahre bei der Polizei, ich war Gruppeninspektor und bin dann aber von mir aus weggegangen. Ich habe selbst gekündigt, weil mir das System nicht gefallen hat. Ich war dann CEO für ein Medienunternehmen aus Südafrika und für eines aus England. Ich habe das Unternehmen wegen eines Lungenrisses verlassen. Dann habe ich mich um einige Sachen gekümmert, die mir nicht so gut getan haben. Seitdem habe ich ein Problem mit unserer Politik. In dem Medienunternehmen haben wir online Portale in ganz Europa eröffnet - bis nach Griechenland. Das Unternehemen Naspers mit Sitz in Kapstadt hat online Plattformen auf der ganzen Welt, in China, Ricardo Griechenland und der Schweiz oder Allegere in Polen. Dann hat Ricardo Österreich aufgemacht und dann ist ein griechischer Investor an mich herangetreten, der zum damaligen Zeitpunkt die Hypo kaufen wollte. Gerade wie die Verstaatlichung war. Da hat man mich immer im Kreis geschickt - allerdings habe ich nie mehr so viele politisch Freunde gehabt, ich war eingeladen auf der Geburtstagsfeier vom Sepp Pröll, Alle waren mit mir per Du - wo ich mir gedacht habe: „Was ist mit denen?“. Soviele Freunde wollte ich gar nicht, das war nie meine Schiene - ich mag sie auch nicht. Dann hat man den Griechen auch immer vorgeführt! Man wollte ihm diese Bank bewußt nicht verkaufen. Im Zuge dessen bin ich dann 2009 aufgrund einer Einvernahme - Jahre später wegen der Veröffentlichungen der Hypo Kreditnehmer - draufgekommen, dass ich unter Verdacht der Geldwäsche stehe. Dabei habe ich nie der Bank angehört. Seitdem habe ich ein Problem wieder einen Beruf zu finden. Ich brauche mich gar nicht bewerben - das wird automatisch abgelehnt! Ich glaube aber doch an Österreich und hoffe, dass ein Umdenken einsetzt und dass die Freunderlwirtschaft und die ganze Verzahnung und Vernetzung irgendwann einmal aufbricht.

Ich weiß aber aus eigener Erfahrung durch die Hypo Veröffentlichu ng - ich habe tatsächlich nur Kreditnehmer veröffentlic ht, über die ich mich im Vorfeld informiert habe. Ich habe durch Zufall die gesamte PWC (Price- waterhouse Coopers) Liste gehabt, inkl. Risikobewertu ng, und habe eigentlich nur Günstlinge veröffentlic ht. Nicht Häuslbauer, an denen wird man sich ja sowieso schadlos gehalten hat, sondern große, wie Klausner Holz in Tirol. Oder die Falkensteiner Gruppe, die 400 Milionen Kredit bekommen hat, aber nur 100 Milionen zurückgezahlt hat. 300 Millionen hat der Steuerzahler übernommen. Oder der Chef der Viktoria Holding, Ronny Pecik, der mit Georg Stumpf Geschäfte gemacht hat. Mirko Kovats hat 75 Millionen Euro aufgenommen und keinen Cent zurückbezah lt. Auch der Chef der RZB, der Raiffeisen international, Herbert Stepic hat 37 Millionen Euro Kredit bei der Hypo aufgenomm en, hat sich eine Eigentumswoh nungen in Singapur, Thailand und Malaysien gekauft und hat durchklingen lassen, dass er nicht gewußt hat, dass man Kredite zurückzahlen muß. Das Vorgehen war Folgendes: Sie haben einen Kredit von 100 Millionen beantragt, bekommen haben sie 120 Mio. 10 Mio. Sind sofort an die Hypo zurück geflossen, 10 Mio. Haben die Vorstände der Hypo eingestreift, inkl. der Dunstkreis der Parteien. Noch lange bevor die Griss Komission tätig wurde, habe ich das veröffentlic ht. Merkwürdig fand ich auch, dass eine Frau nominiert wurde, ausgerechnet die Gattin von Gunter Griss, der Aufsichtsrat Vorsitzender der Steiermärkisc hen Bank und Sparkasse ist. Auch der Beisitzende der Griss Kommission, der Herr Konzen (?) war zum damaligen Zeitpunkt Verwaltungsr at der DBS Holding, die damals noch Anleihen von 320 Mio an der Hypo gehabt haben. Er war natürlich daran interessiert, dass die „Anstaltslösu ng“, die ja dann eingetreten ist, bevorzugt wird. In dieser Zeit hat man mich tatsächlich gejagt. Ich war 14 Tage bei Einvernahm en. Allerdings hat man nicht mich selbst vorgeladen, sondern abgeholt. Nicht mit einem Polizisten, sondern da war dann das Landeskrimina lamt da, die mich zu den Einvernahmen gebracht haben. Die Anklage lautete auf Verletzung des Bankgeheimni sses und Verletzung des Datenschutz es, obwohl ich ja kein Bankbeamter war.

Das Verfahren ist dann irgendwann eingestellt worden. Weiter fertig gemacht hat man mich am Zivilrechtsweg mit Klagen über ein paar hunderttausend Euro. Alle politischen Parteien haben sich zurückgehalten, einzig die Neos haben geschrieben: Super, Herr Pointner, dass Sie das machen. Kämpfen Sie weiter. Seitdem habe ich nur mehr Probleme. Viele Leute haben auch gesagt: „Toll Herrr Pointner, was Sie da machen, gratuliere.“ Einige haben mich angerufen und haben mir Geld geboten, wenn ich sie nicht namentlich veröffentliche. Das war für mich natürlich abzulehnen, ich wäre ja dann gleich wie unsere Politiker. Noch mehr haben mich kontaktiert und mir gedroht, wenn ich nicht aufhöre zu veröffentlichen, bin ich tot. Das habe ich bei einer Einvernahme auch gesagt. Die Antwort war einfach:“ Hätten Sie es halt nicht veröffentlicht!“


dMP: Das ist dann existenziell äußerst belastend.

GP: Vor allem, wenn man weiß, dass die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden ist. Vom Justizminister. Der Herr Böhmdorfer dürfte im Prinzip nicht Justizminister sein, sondern müßte in einer Justizanstalt einsitzen. Damals war er Verteidiger des Herrn Kulterer, Karl Heinz Moser und Tilo Berlin. Er hat zur damaligen Zeit Einfluß genommen im Finanzministerium, bei der Staatsanwaltschaft und bei der Finanzmarktaufsicht, dass alles unter den Tisch gekehrt wird. Er war auch Sachverständiger beim Birnbacher Prozeß - das berühmte Gutachten, 12 Seiten für 12 Mio., gekürzt auf sechs Seiten und 6 Mio. - wo Parteispenden in die Kassen der FPÖ und ÖVP geflossen sind. Der Herr Justizminister Brandstetter weigert sich bis heute diese Unterlagen dem Untersuchungsausschuß vorzulegen. Er behindert somit die Ermittlungen der Justiz und des Ausschusses.

Zurück zu dem griechischen Unternehmen: Der Investor wollte dann, nachdem die Bank nicht zum Verkauf geboten war, etliche Assets daraus kaufen, unter anderem das Schloßhotel Velden. Er hat 75 Mio geboten und wollte das Geld direkt an die Hypo überweisen. Die Hypo hat gemeint, so können sie es nicht annehmen und wir haben gefragt, wie es denn möglich wäre. Es ist egal, sie bräuchten eine Bankgarantie von ihm. Das ist dann ein paar mal unter Hr. Kranebitter hin und her gegangen, ich bin dann etwas sauer geworden, habe vorgeschlagen ein Konto in Kalwang zueröffnen und das Geld zu überweisen. Auch das ist nicht angenommen worden. Der Hr. Böhmdorfer hat dann, als er nicht mehr Minister war Hr. Dr. Ugo Barchiesi vertreten, der ebenfalls Bieter auf das Schloß war. Er hat etwas weniger geboten hat aber eine Angabe bereits von5 Mio. gezahlt und war zum closing des Vertrages durch seinen Sohn vertreten. Man hat das dann aber abgelehnt und Hr. Dr. Barchiesi die 5 Mio nicht mehr zurückgegeben. Vertreten wurde er dann von Hr. Böhmdorfer. Wir haben und dann im Gasthaus getroffen  und man hat mich gefragt. Ob ich aussagen könnte, dass wir hier auch auf`s Abstellgleis gestellt wurden. „Herr Böhmdorfer, mich interessiert das allesnicht, die Sache stinkt“, war meine Antwort. Das Problem war, das habe ich bei weiteren Recherchen herausgefunden, das man das Hotel Hr. Karl Wlaschek verkaufen wollte. Für 35Mio.!

Das System werden wir nur schwer ändern können, der Österreicher ist sehr leidensfähig. Solange wir halbwegs über die Runden kommen und auf der Couch sitzen können, genügt das!


dMP Reisen Sie gerne?

GP: Früher sehr gerne - ich kenne Kapstadt, Singapur - und reise noch immer gerne. Allerdings nicht um mir die Sonne am Strand auf den Bauch scheinen zu lassen, sondern ich schaue mir gerne etwas an.


dMP: ... à propos reisen: Welche Rolle würde Mürzsteg bei Ihnen spielen?

GP: Ich würde für mich Mürzsteg nicht brauchen. Ich komme aus einem kleinen Ort - und bezeichne mich als kleinen, nicht wichtigen Menschen. In Wien würde ich eine kleine Wohnung mieten und würde am Wochenende in der Steiermark sein. Wenn die Mürzsteger brauchen, das der BP dort ist, würde ich natürlich hier und da vorbeischauen. D. h. aber nicht, dass ich in dem Schloß wohnen müßte! Keinesfalls würde ich es wie Hr. Dr. Fischer machen, der bei seinem Amtsantritt gesagt hat, dass das Schloß verkauft wird. Schön wäre ein Wandertag mit den Mürzstegern.


dMP: Warum wollen Sie eigentlich noch Österreicher vertreten, die Ihnen politisch ja wirklich  nicht wohlwollend begegnet sind?

GP: Ich glaube noch immer an Österreich! Ich liebe das Land - nicht um den Hr. Kohl zu parodieren - ich bin mit Leib und Seele Österreicher! Mir gefallt die Mentalität - die Gmiatlichkeit! Den Österreichern muß man auch veranschaulichen, dass es auch anders geht und dass man sich - um es rustikal auszudrücken - nicht tausendmal auf den Kopf sch..... lassen muß! Ich sehe das jetzt bei den Unterstützungserklärungen! Wenn ich mit älteren Leuten spreche, haben sie Angst, wenn sie die Erklärung holen, die Mietzinsbeihilfe zu verlieren. Sie könnten auch den Heizkostenzuschuß verlieren. Diese Angst ist ja auch berechtigt. Das war schon so beim EU - Austrittsbegehren, dass ja auch gleich schubladiert worden ist. Deswegen gehört - nach Schweizer Vorbild - direkte Demokratie eingeführt!

 Bei 100 000 Unterschriften bei einer Volksbefragung muß eine Volksabstimmung folgen! Warum sollte sich der Österreicher von 183 Nullen - und ich bezeichne die im Parlament als Nullen - ein Gesetz auf`s Aug drücken lassen? Ich glaube, dass jeder einzelne Österreicher clever genug ist, es zu verstehen und sich Gedanken darüber zu machen. Geändert sollte werden, dass Parteiinteressen im Vordergrund stehen.


dMP: Welche Eignung und Fähigkeiten bringen Sie mit?

GP: Andere Frage: welche Eignung und Fähigkeiten hatten und haben die bisherigen Bundespräsidenten?

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Der Bundespräsident hat nicht wirklich viele Befugnisse. Das An - oder Nichtangeloben, wie es Klestil gemacht hat - von Ministern. Eigentlich brauche wir einen Bundespräsidenten gar nicht! - Wenn er parteipolitisch gefärbt ist! Ich bin tatsächlich parteilos! Jede Partei ist mir zuwider! Nicht weil  ich ein Revoluzzer bin, sondern  wenn man sich dieses Nichtstun ansieht, das fahrlässige Verschleudern von Steuergeldern, jeder füllt sich die eigenen Taschen, die Freunderlwirtschaft von der Justiz bis zum Kleinsten!


dMP: Drohen Sie damit nicht Österreich komplett zu destabilisiern, indem Sie das Geflecht auflösen möchten?

GP: Würde ich Bundespräsident werden, wäre eben meine erste Amtshandlung die Entlassung der Regierung. Eine neu gewählte Regierung müßte meine Punkte, von denen ich glaube, dass sie wichtig sind, abarbeiten. Dazu: Ich habe mein Programm schon am 8. Dezember auf meiner Webseite bekanntgegeben. Danach sind  der Hr. Lugner mit der Schiene gekommen, die Regierung zu entlassen, der Hr. Marschall, auch der Hr. Hofer. Im Grunde sind die anderen Kandidaten ideenlos, wenn sie alle aufspringen und die Regierung entlassen wollen. Sonst hat der Bundespräsident ja kaum Machtbefugnisse. Es genügt nicht, dass Hr. Lugner sagt: Mein Schatzi wird die neue first lady! Es dürfte auch die FPÖ kapiert haben, dass man die Regierung entlassen muß, um etwas umzusetzen.



dMP: Die Entlassung der Regierung wird bei vielen Österreichern gut ankommen, die werden sie unterstützen, viele werden eher verunsichert! Sie teilen die Bevölkerung in zwei Lager! Was aber kommt nach dem Entlassen der Regierung?

GP: Für mich vorstellbar und für jeden normal denkenden Menschen: es kommt zu einer Neuwahl! Gesetzt den Fall Strache, der sehr populistisch unterwegs ist mit dem Thema Integration, das ihn  immer stärker macht, würde gewinnen, dann würde ich ihm die Chance geben und angeloben. Wenn die FPÖ stimmstärkste Partei ist, werde ich ihn mit Regierungsbildung beauftragen. Dann hat er 5 Jahre Zeit, mit seiner „Arbeiterpartei“ zu zeigen, ob er die Vesprechen, die er gemacht hat, einlösen kann. In der Zwischenzeit haben dann die alteingesessenen Parteien ÖVP und SPÖ die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wie sie beim Volk wieder glaubwürdig werden. Diese haben ja den Boden längst verloren.


dMP: Vor jeder Wahl werden Versprechungen gemacht - Wien - Wahl, Steiermark - Wahl, Rücktritt des Hr. Mag. Voves - 30 % - ist das Vertrauen der Bevölkerung nicht längst enden wollend?

GP: Meine Versprechen könnte ich tatsächlich umsetzen! Ich bin 100% sicher, dass die Bevölkerung meinen Aussagen Glauben schenken kann. Die Entlassung der Regierung wird man mir glauben und wahrscheinlich auch den Blauen. Dem Hr. Pointner, der noch nie politisch tätig war, kann man das auch glauben. Ich vertrete praktisch den kleinen Mann, den Österreicher. Jeder Österreicher ist der kleine Mann. Die Programme der Mitkandidaten habe ich mir gar nicht angeschaut, sie interessieren mich nicht. Ich habe mein eigenes Programm, das ich umsetzen möchte. Es springt ja als Hauptargument jeder auf die Flüchtlingskrise auf. Damit kann man offensichtlich den Wähler bewegen! Im Prinzip sind die Flüchtlinge arme Schweine - und nichts anderes. Europa hat versagt. Und natürlich hat man das Druckmittel auf Länder, die keine Migranten nehmen : „Ihr seid Nettoempfänger!“. Dann bekommen sie eben nichts mehr. Dann werden sie sich das sehr wohl überlegen, Flüchtlinge aufzunehmen. Was passieren wird, ist, dass Schengen fallen wird. Ich habe damals gegen die EU gestimmt, jetzt bin ich glühender Verehrer der EU. Ich habe mich gefreut, wie sich die EU entwickelt hat. Aber wer die Rosinen will, muß den ganzen Kuchen essen. Darum kann man nicht wie David Cameron sich Vorteile herausholen, die andere Länder nicht bekommen. Da lauft irgend etwas falsch. Auch Kommissionspräsident Juncker ist für einen normal denkenden Menschen nicht glaubwürdig, wenn in Luxemburg große Konzerne steuerbegünstigt sind. Dadurch wird er automatisch unglaubwürdig. Jetzt wartet man wieder an der Grenze zu Slowenien. Es ändert sich gerade alles.



dMP: Sie sind als BP ja auch oberster Befehlshaber. Aber eher nur formeller Natur. Der Verteidigungsminister wird ja noch das letzte Wort haben.

GP: Eher der Chef des Generalstabs, Mag. Commenda, der gesagt hat, dass für das Heer Neutralität irrelevant ist. Im Fernsehen. Da muß man sich schon fragen .....


dMP: Wie stehen Sie zum österreichischen Bundesheer?

GP: Ich habe es selbst nicht erlebt, da ich bei der Polizei war, als Praktikant wurde ich nicht eingezogen. Grundsätzlich finde ich es gut, man kann auch dadurch immer auf die Neutralität hinweisen. Wir treten nicht für eine Großmacht ein, wir sind ein neutrales Land! Nicht umsonst haben im Juni,Juli sechs Großmächte Wien als Verhandlungsort gewählt, für die Irangespräche! Man bräuchte aber keine Wehrpflicht.


dMP: Ist ein Berufsheer die bessere Lösung?

GP: Würde ich sagen. Wobei die Beamtenschaft dann wieder größer würde.


dMP: Das Budget wird immer kleiner, Kasernen werden verkauft,....

GP: Warum alles verkauft werden muß, ist, dass während der schwarz - blauen Regierung  durch den Ankauf der Eurofighter - wobei kein Einziger mittlerweile mehr bewaffnet ist - Milliarden ausgegeben wurden. Auch für Schmiergelder. Selbst die Affäre Lucona ist nicht aufgeklärt. Wenn ein Politiker verurteilt wird, hat er zurückzutreten und nie mehr ein politisches Amt auszuführen.

dMP: Die Agenden bzgl. Bundesheer besagen, dass der BP außergewöhnliche Rekrutierungsmaßnahmen vornehmen kann, bzgl. Grenzsicherung. Polizisten werden überrannt. Was kann eine Lösung sein? Muß Exekutivgewalt nicht nur präsent sein, sondern auch angewendet werden?

GP: Man muß differenzieren: Jene Flüchtlinge die da sind, müssen integriert werden. Mit Sprachkursen, mit Arbeit. Wichtig wäre gewesen, dass man gleich am Ort des Geschehens die UNHCR unterstützt. Die müssen betteln gehen und sind auf Spenden der Staaten auf der ganzen Welt angewiesen. Sie haben so wenig Geld, dass sie die Flüchtlinge gar nicht ernähren können. Der Flüchtling hat dann nur mehr die Möglichkeit, wegzugehen. Drei Viertel der Flüchtlinge siedeln sich gleich in der Nähe an, in der Hoffnung, dass der Krieg bald vorbei ist und sie zurück können. D.h. viele wollen ja gar nicht nach Europa. Sicherlich sind da auch Scharlatane dabei und Menschen mit unlauteren Absichten. Griechenland muß unterstützt werden. Dort brennt es schon. Den Pensionisten werden die Pensionen um 30% gekürzt. Dann werden sie noch mit hundert tausenden Flüchtlingen alleine gelassen! Es ist auch nicht die Lösung, dass man einem Erdogan drei Milliarden hineinschiebt, der ja Menschenrechte mit Füßen tritt und glaubt, dass er das Flüchtlingsproblem für Europa lösen kann. Da wäre die UNHCR gefordert, Unterkünfte aufzustellen. Man kann durchaus Holzhäuser mit Transportmaschinen hinunterführen. Es gibt sicher genug Menschen, die gerne helfen würden, d.h. man könnte gleichzeitig die Arbeitslosigkeit in Europa mindern. Selbst ich würde hinuntergehen und helfen.  Und natürlich müßte Friede hergestellt werden. Die Amerikaner führen einen Krieg, die Russen führen einen Krieg. Die Türken und die IS führen einen Krieg.


„Im Prinzip sind die Flüchtlinge arme Schweine - und nichts anderes.“

„Ich bin ein gläubiger Mensch. Kann aber nicht sagen, ob Jesus Christus der Beweger ist.“

Und keiner weiß, wofür er kämpft. Das muß man an der Wurzel packen, alle an einen Tisch setzen und verhandeln, bis es eine Lösung gibt. Ich verurteile die Aussagen von Fr. Merkel auch, dass alle kommen können. Ein Problem ist, dass nur die Hälfte Syrer sind. Eben auch Afghanen, Pakistani und Iraker. Natürlich muß man da differenzieren.


dMP: Wir waren vor unserem Treffen noch in der Ortschaft spazieren. Sie haben eine ganz nette Kirche. Am Hügel oben sieht man St. Sebastian.  Wie stehen Sie zur römisch- katholischen Kirche?

GP: Ich bin vor langer Zeit aus der Kirche ausgetreten. Ich bin ein gläubiger Mensch. Kann aber nicht sagen, ob Jesus Christus der Beweger ist. Ausgetreten bin ich zur Zeit der Mißbrauchsfälle mit Hans Hermann Groer. Da war ich noch in Wien und hatte Kontakt zu einer Vertrauensperson der Kirche, die ich aufgesucht habe. Damit war ich nicht einverstanden. Groer ist nie vor einen irdischen Richter gebracht worden. Ich glaube an etwas Höheres. Es ist gut, dass Menschen einen Glauben haben. Sonst wäre es ein wildes Durcheinander.


dMP: Wie sehen sie die Entwicklung des Landes Steiermark? Es sind schwierige Zeiten!

GP: Wenn ich Bundespräsident würde, interessiert mich die Politik der Steiermark nicht sonderlich.

Ansonsten ist die Steiermark, wie jedes andere Bundesland auch, in Skandale verwickelt. Der LH Schützenhöfer macht`s halt jedem recht. Allerdings hat man den Rechnungshofbericht über die WM Schladming solange zurückgehalten, bis die Wahl geschlagen war. Sonst wäre das Ergebnis noch „gravierender“ ausgefallen.


dMP: Wie ist Ihr Verhältnis zu Tradition, Familie?

GP: Das ist mir sehr wichtig. Natürlich sollten auch Asylwerber, die bei uns zu Gast sind, unsere Traditionen akzeptieren.


dMP: In Traditionen greift halt die Kirche stark hinein...

GP: Das gilt es auch aufzuflechten. Wir werden wahrscheinlich schon lange tot sein, wird das noch bestehen. Es ist im Moment Stillstand, jeder macht was er will, jeder stopft sich seine eigenen Taschen voll, niemand verläßt mehr die Freßschüsssel, und die Regierung schaut, dass sie noch bis 2018 durchkommt. Sie werden sich hüten, Neuwahlen auszurufen. Weil sie ganz genau wissen, dass es dann den Crash gibt.


dMP: Wie haben die Leute im Umfeld , im Ort reagiert?

GP:Ich gehe in Kalwang nicht so viel fort. Nachdem ich nichts trinke.... Man sollte immer etwas mittrinken, dass die Gesprächsthemen lockerer werden. In Kalwang wissen wahrscheinlich nur 50%, dass ich antrete. Im Freundeskreis ist es gut aufgenommen worden. Ich versuche, meine Stimmen mit den Aufdeckerplattformen zu erlangen.   Ich bezeichne mich als whistle blower. Dort möchte ich meine Unterstützngserklärungen bekommen, weil das Fernsehen und die Zeitungen nichts über mich berichten. Weil ich dem Staat an`s Bein gepinkelt habe. Ich verstehe auch jeden Zeitungsherausgeber, dass er über den Gernot Pointner nichts bringt! Jeder andere Kandidat, seien es Hofer, Hundstorfer, Van der Bellen oder Griss, lacht aus der Zeitung - das sind bezahlte Werbeanzeigen. Wenn ich aber die Unterstützungserklärungen bekomme, muß auch der ORF dem Bildungsauftrag nachkommen!  Letztlich ist es ja so, dass man mich aufgrund der Veröffentlichungen haßt wie die Pest. Ich habe ja noch immer tausende Seiten und es ist mir auch ein Bedürfnis, es offenzulegen. Allerdings hat auch mein Sohn gemeint, „Wenn Du das Zivilrechtliche hast, geh auf einen Vergleich ein, ich mache mir Sorgen um Dich.“



„Ich bezeichne mich als whistleblower“.

Tatsächlich ist der Druck immer größer geworden. Wann immer ich irgendwo gewesen bin - mit den Hunden spazieren - sind Autos mit Kennzeichen gestanden, die bei uns sonst nie waren! Dazu kam das Problem, dass ich mir gedacht  habe: Wofür mache ich das? Den Österreicher interessiert es eh nicht, Leser habe ich sechs, siebentausend gehabt, aber nicht mehr. Man versteht auch die Zahl von dreißig Milliarden nicht, zahlen werden es unsere Kinder und Kindesekinder. Das ist das größte Verbrechen der zweiten Republik. Es waren alle involviert, sämtliche Parteien haben für die Landeshaftung gestimmt, es jetzt alleine auf Jörg Haider abzuwelzen ist lachhaft.


dMP: Auf Ihrer homepage stellen sie Ihre Partei- und Arbeitslosigkeit an den Anfang. Erhoffen Sie sich dadurch einen Solidaritätseffekt? Es gibt 500 000 Arbeitslose, können sich diese Menschen mit Ihnen - auch als Aufdecker - identifizieren?

GP: Wenn es so wäre, würde es nicht stören, beabsichtigt war es allerdings nicht. Ich bin ein offener Mensch und ich bin arbeitslos. Ich habe keine Geheimnisse und keine Leichen im Keller. Ich bin arbeitslos, habe einen Sohn und bin fünfzig Jahre alt. Sicherlich wäre es für mich gut, wenn mich auch Arbeitslose unterstützen. Ich glaube es aber eher nicht. Wenn derjenige auf die Gemeinde geht und mich unterstützen will, wird man hinterfragen, ob man ihm nicht gleich die Arbeitslose streicht. In Österreich ist alles möglich.


dMP: Haben Sie beruflich noch Ambitionen?

GP: Ich komme aus dem Marketingbereich und ich bewerbe mich ganz normal. Ich kann online- Unternehmen relativ schnell aufbauen und pushen. Ihre Seite könnte man relativ schnell ganz groß bringen. Es gibt zum Beispiel Alexa, da können Sie das Ranking ihrer Seite abrufen. Ich liege mit meiner Seite nicht so schlecht, bewerben allerdings kann ich sie kaum. Ich kann nicht die Kleine Zeitung anrufen und eine Werbung schalten. Ich bin trotzdem sehr zuversichtlich, dass ich sechstausend Stimmen zusammenbekomme. Das würde mich sehr freuen, weil ich dann die Möglichkeit habe, dass der ORF etwas bringen muß. Und ich garantiere Ihnen: Wenn ich dort sitze, dann schalten die nach zwei Minuten eine Werbung ein. Mir ist das egal, was Hr. Armin Wolf oder Fr. Dittlbacher mich fragen würden, viel interessanter würde sein, wieviel Redezeit ich bekäme ..... Ich möchte nach wie vor, dass alles offengelegt wird.

dMP: Abschließend: Wer wird Bundespräsident?

GP: Wenn den Österreichern der Knopf aufgeht, würde ich einschätzen, dass Van der Bellen gewinnt. Griss hat aufgrund ihrer Aktenvernichtung keine Chance. Ich wünsche mir nicht, dass es Hr. Hofer wird.


Danke Herr Pointner für das Gespräch und alles Gute für Ihre Kandidatur!

„Jede Partei ist mir zuwider! Nicht weil  ich ein Revoluzzer bin, sondern  wenn man sich dieses Nichtstun ansieht, das fahrlässige Verschleudern von Steuergeldern, jeder füllt sich die eigenen Taschen, die Freunderlwirtschaft von der Justiz bis zum Kleinsten!“

„Wir treten nicht für eine Großmacht ein, wir sind ein neutrales Land!“