der muerzpanther
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Bombus monticola - die Berglandhummel ist   eine   Hummelart,   die   in   lichten   Gehölzen des    Gebirges    in    Höhen    von    700    -    2400 Metern    vorkommt!    Sie    ernährt    sich    poly- lektisch   und   ist   sehr   kälteresistent.   Zu   ihren Haupttrachtpflanzen   -   das   sind   solche   die von   Bienen   bevorzugt   angeflogen   werden, um   ihren   Honig   zu   erzeugen   -   gehört   auch die    in    diesen    Höhen    häufig    vorkommende Alpenrose. Sie   leben   in   Völkern   von   bis   zu   100   Tieren und   ihre   Flugzeit   ist   ist   von   Ende   März   bis Anfang September. Foto: Dr. Neumayer
Gerade   am   Beispiel   der   Bienen   wird   dem   Konsumenten   begreifbar   vor Augen    geführt,    wie    wichtig    gewisse    Glieder    in    der    Natur    sind. Insektenbestäubung   ist   auch   für   uns   überlebenswichtig   und   ökologisch sowie   wirtschaftlich   von   außerordentlich   großer   Relevanz.   Jedes   Kind lernt   bereits   im   Kindergarten   über   die   Funktion   der   Bienen   in   der Natur   (noch   ohne   Differenzierung   in   Wild-   und   Honigbiene)   und   welche Auswirkungen    das    Fehlen    selbiger    mit    sich    bringen:    es    führt    zu ökologischer   Verarmung   der   Natur   und   letztlich   zu   einem   Mangel   an verschiedenen   Lebensmitteln.   Daher   wäre   ein   Umdenken   an   der   Zeit, um das Aussterben der Bestäuber aufzuhalten. Insgesamt   hilft   der   Schutz   von   Bienen   auch   vielen   weiteren   tausend Tier-    und    Pflanzenarten.    Und    diesem    Vorhaben    widmet    sich    der „Österreichische    Wildbienenrat“.    Der    Mürzpanther    hat    zu    diesem Zweck     ein     Interview     mit     Dr.     Johann     Neumayer     geführt,     um weiterführende   Informationen   zu   den   Wildbienen   und   zur   praktischen Umsetzung - was jeder Einzelne dazu beitragen kann - einzuholen. dMP:   Wie   kann   der   Schutz   von   bestäubenden   Insekten   aussehen und was kann man in seinem Garten dazu beitragen? Dr. Neumayer: In Privatgärten: 1. kein Gift, 2.    Nutzungsvielfalt    (Obst+Gemüse+Kräuter+Blumen+Wiese    ist    besser als Rasen + Thuje oder Lorbeerkirsche, 3.   heimische   Wildpflanzen   in   Gärten   ansetzen   oder   aufkommen   lassen, 4. Wiese statt Rasen, 5.     kein     perfektes     Zusammenräumen     (alte     Himbeerstängel     oder Königskerzenstängel...    über    die    Jahre    stehen        lassen,    stehendes Totholz nicht entfernen, wenn es nicht gefährlich ist.
dMP:   Natürlich   ist   die   Insektenbestäubung   von   Wichtigkeit   –   aber wie   hoch   ist   dabei   der Anteil   der   Wildbienen?   Bzw.   wie   spezialisiert sind   Wildbienen   –   ist   ein   Ausweichen   auf   andere   Futterpflanzen möglich? Die   Rolle   der   Wildbienen   wird   oft   unterschätzt.   Einige   (Mauerbienen, Hummeln)   sind   sehr   effiziente   Kulturpflanzenbestäuber   und   werden für   den   Obstbau   auch   gezüchtet,   was   wieder   neue   Probleme   mit   sich bringt      (Einbringen      genetisch      fremder      Varietäten,      Krankheits- übertragung     über     Vermehrungsbetriebe).     Wichtiger     wäre,     die Landschaft   so   zu   gestalten,   dass   sie   in   hohen   Populationen   dort   leben können. Der   Anteil   der   Wildbiene   ist   schwer   einzuschätzen,   weil   er   sehr   von der    Pflanzenart    und    den    Umweltbedingungen    abhängt.    In    einem kalten,    nassen    Frühling    werden    fast    alle    Obstbäume    in    Streuobst- wiesen    nur    von    Hummelköniginnen    und    Mauerbienen    bestäubt.    In Intensivkulturen gibt es sie nicht in diesem Ausmaß. Rotklee,   Taubnesseln,   Salbei,   Eisenhut   und   viele   weitere,   unter   den Kulturpflanzen   Kürbis,   Feuerbohne,   Feldbohne...   werden   weit   über- wiegend    von    Hummeln    bestäubt.    Generell    lässt    sich    sagen,    je naturnäher   und   reicher   strukturiert   eine   Landschaft   ist,   desto   höher ist   der   Anteil   der   Wildbienen   an   der   Bestäubung.   In   großen   Intensiv- kulturen   haben   sie   kaum   eine   Chance   und   spielen   daher   auch   nur   eine kleine Rolle. Die   Bestäubung   von   landwirtschaftlichen   Kulturen   durch   Honigbienen UND    Wildbienen    ist    auch    eine    Krisenabsicherung.    Ca.    1/3    der nestbaueneden   Arten    sind    Spezialisten    und    können    nur    den    Pollen einer   bestimmten   Pflanzengattung   oder   -art   verwerten.   Die   übrigen sind   Generalisten   und   besuchen   wie   die   Honigbiene   alle   möglichen Pflanzen.
So      unterschiedlich      sehen      die      ver- schiedenen    Arten    der    Wildbienen    aus und      darin      unterscheiden      sie      sich äußerlich:   - Größe: 4mm bis fast 3cm -   Lebensweise:   solitär   -   kommunal   -   ein- jährig      sozial      -      mehrjährig      sozial      - brutparasitisch - sozialparasitisch; -Nahrung:   oligolektisch   (nehmen   nur   Pollen bestimmter Pflanzen) - polylektisch; -Rüssellänge: 2mm bis 18mm
Die   Niederländer   gaben   dieser   Biene   den liebevollen   Namen   Füchschen.   Bei   uns   trägt sie    den    Namen    fuchsrote    Sandbiene    - Andrena    fulva.    Sie    fühlt    sich    in    lichten Wäldern,   Parks   aber   auch   Gärten   wohl,   die nicht allzu akribisch gepflegt werden. Sie     bevorzugt     Ribisel     und     Stachelbeer- sträucher, die sie natürlich auch bestäubt!  Generell    ernährt    sie    sich    unspezifisch    - polylektisch    und    überwintert    als    Imago (Erwachsene) in Erdnestern.
Die       eher       seltene       Wald-Pelzbiene Anthophora     furcata     ist     als     einzige Vertreterin   ihrer   Gattung   oligolektisch:   sie hat      sich      auf      zwei      Pflanzenfamilien spezialisiert.   Pollen   für   ihren   Nachwuchs sammelt    sie    an    Lippen-    und    Rachen- blütlern   und   baut   ihre   nester   in   morschem Holz. Deswegen   ist   es   so   wichtig,   privat   und   im öffentlichen   Raum   das   Totholz   liegen   zu lassen!    man    findet    sie    noch    in    ganz Europa,   bevorzugt   an   Waldrändern   und   - lichtungen.
Zur   Zeit   ist   es   noch   nicht   hoffnungslos   für   die   vielen,   vielen Arten   der österreichischen   Wildbienen.   Der   Grund   für   die   -   noch   -   große   Bienen- Vielfalt   hierzulande   ist   das   Zusammentreffen   zweier   Klimazonen   sowie eine   große   Bandbreite   an   unterschiedlichen   Höhenstufen.   So   kommen hier    so    unterschiedliche    Spezies    wie    die    Steppenbiene    und    die Holzbiene   vor.   Erstere   ist   die   mit   vier   Millimeter   kleinste   heimische Art,   letztere   wird   bis   zu   30   Millimeter   lang   und   wiegt   mehr   als   das Siebenhundertfache    wie    ihre    winzige    Verwandte.    Der    Wildbienen- Experte   Heinz   Wiesbauer   ortet   aber   ein   " schleichendes   Artensterben" , Tag   für   Tag   würden   Arten   unbemerkt   verschwinden.   Die   Gründe   dafür sind   seit   langem   bekannt,   sie   treffen   dabei   auch   alle   anderen   Insekten (siehe   auch   Beiträge   über   die   Schmetterlinge ,   oder   auch:   Ein   gesunder Geist   in   einem   gesunden   Wald )   und   in   Folge   betrifft   es   die   gesamte natürliche    Nahrungskette:    Immer    intensiver    genutzte    Landschaft, Spritzmitteleinsatz   und   klimatische   Veränderungen.   Daneben   zeitigen immer      größer      werdende      Bewirtschaftungseinheiten      und      das "Saubermachen"     der     Landschaft     schwere     Folgen     für     die     hohe Spezialisierung der Wildbienen. dMP:   "Wer   die   Landschaft   so   intensiv   nutzt,   wie   wir   es   tun,   muss die   Folgen   für   die   Artenvielfalt   erkennen   können"   Erkennen   ist   da wahrscheinlich   weniger   das   Problem   –   ändern   wäre   die   Lösung. „Mehr   ist   besser“   ist   doch   eindeutig   das   Motto   der   Landwirtschaft und     der     Politik     –     gilt     es     da     nicht     anzusetzen?     Durch
Strukturänderung? Dr.   Neumayer:   Die   Diagnose   ist   schon   das   erste   Problem.   Wenn   ich aufgrund   des   Fehlens   der   Roten   Listen   wie   in   Österreich   nicht   oder   nur sehr   zurückhaltend   untersuche,   wie   sich   Biodiversität   verändert,   habe ich   kein   Wissen,   wo   wir   stehen.   Das   ist   ein   bisserl   wie   bei   Corona: Ohne Tests muss ich im Trüben fischen. Aber   natürlich   ist   das   nur   ein   Werkzeug,   um   zu   einer   veränderten Bewirtschaftung    zu    kommen.    Ich    denke    das    Problem    ist    in    vielen Bereich,    dass    auf    die    Spitze    getriebene    Effizienz    die    Resilienz gefährdet.   Ob   das   industrielle   Landwirtschaft   ist,   die   das   Grundwasser verschmutzt     und     die     Artenvielfalt     mit     allen     Ökosystemdienst- leistungen,   die   wir   gratis   davon   haben   (Bestäubung, Abbau   organischer Substanz,   Selbstreinigungskraft   von   Gewässern...)   oder   eine   rein   den Profit   maximierende   Industrie,   die   plötzlich   an   zusammenbrechenden Lieferketten   eingeht.   Es   ist   schon   eine   philosophische   Frage,   aber Wirtschaft   und   auch   Landwirtschaft   nur   eindimensional   am   Profit   zu orientieren,     ist     fatal.     Tragischerweise     ist     der     Profit     in     der Landwirtschaft dann ja meist eh nicht der der Bauern... Die   Landwirtschaftsförderung   müsste   dringend   umgebaut   werden,   so dass     nur     gefördert     wird,     was     für     die     Allgemeinheit     gut     ist (Düngerverzichte,     Extensivierung,     Schaffung     und     Erhaltung     von Landschaftsstrukturen)    und    nicht    intensivste    Bewirtschaftung    auch noch Fördergelder erzielt.
Diese   Hummelart   -   Bombus   hypnorum   -   die   Baumhummel bezieht   sehr   gerne   neben   alten   Vogelnestern   die   Nistkästen, die    man    ihr    zur    Verfügung    stellt.        Damit    ist    sie    eine      oberirdisch    nistende    Art    und    damit    naturgemäß    weniger friedlich als andere Hummeln! Wie    sehr    viele    Wildbienenarten    bevorzugt    sie    Waldränder, Gärten    und    Parkanlagen,    sie    ist    grundsätzlich    weit    ver- breitet, seit 2010 hat man sie auch auf Island gesichtet. Cave:   Die   Baumhummel   ist   empfindlicher   und   reizbarer   als andere Arten! (siehe oben)
dMP:   Gibt   es   auch   Verdrängungsmechanismen   zwischen   Honig-   und Wildbiene?      Bzw.      werden      die      heimischen      Wildbienen      von „auswertigen“   -   widerstandsfähigeren   Arten   auch   verdrängt?   (Bsp. Flußkrebs!) Dr.     Neumayer:     Ja,     wobei     der     wissenschaftliche     Nachweis     der Konkurrenz    schwierig    ist,    weil    wir    in    ganz    Mitteleuropa    keine honigbienenfreien   Lebensräume   als   Referenz   mehr   haben. Aber   es   gibt Studien    aus    Skandinavien,    dass    sich    eine    große    Honigbienendichte negativ    auf    Hummeln    auswirkt    (die    sind    halt    am    leichtesten    zu untersuchen), wenn die Landschaft sehr ausgeräumt ist. Fatal    ist    also    die    doppelte    Entwicklung:    Viele    Honigbienen    und ausgeräumte   Landschaften.   Denn   die   Honigbiene   ist   spezialisiert   auf Massentrachten   (Obstbäume,   Löwenzahn,   Himbeere,   ...).   In   struktur- reichen    Landschaften    bleiben    genug    Nischen    anderer    Blüten    für andere   Bienen,   in   ausgeräumten   nicht.   In   manchen   Gegenden   blüht   zu manchen     Zeiten     nur     die     Sonnenblume...     Und     es     gibt     die Alltagserfahrung,   dass   man   in   sehr   honigbienenreichen   Lebensräumen nur sehr wenige Wildbienen findet. dMP:   Welche   Faktoren   beeinflussen   grundsätzlich   die   Populationen der Wildbienen? Das   Blütenangebot   und   Nistplätze.   Bei   ersterem   ist   der   Artenreichtum wichtiger   als   die   absolute   Größe.   Denn   so   können   sich   verschiedenen Arten   einnischen   und   nebeneinander   leben.   In   einem   Garten   können so über die Saison schon 50-100 verschiedene  Bienenarten leben! Nistplätze    heißt    je    nach    Art:    besonnter    Rohboden    und    schüttere Wiesen/Rasen,   oft   auch   Wegränder,   und   "schiache   Stellen"   im   Garten, wo   nicht   viel   wächst   (2/3   der   Arten),   Käferlöcher   in   Totholz   (20%   der Arten),    markhaltige    dürre    Stängel    (Königskerze,    Himbeere,    Brom- beere...).   Spezialisten   nutzen   auch   leere   Schneckenhäuser,   Harz   oder bauen Mörtelnester an Felsen... dMP:   Wie   kommt   es   zu   den   Wildbienenarten,   die   nur   in   Österreich auftreten?   Sind   diese   endemischen Arten   in   geografisch   „isolierten“ Gebieten   zu   finden   –   wie   in   Gebirgszügen   oder   Tälern?   Abhängig von den Futterpflanzen? Ich    kenne    keine    endemische    Wildbienenart,    die    nur    in    Österreich auftritt.   Es   gibt   aber   viele   Arten,   die   nur   in   den   Alpen   auftreten   oder nur    im    pannonischen    Bereich.    Grundsätzlich    haben    Wildbienen    oft weitere   Verbreitungsgebiete   als   z.B.   Schmetterlinge.   Das   bedrohliche ist,    dass    manche    Lebensräume    z.B.    großflächige    Steppen    in    ganz Europa verschwunden sind.
dMP: Welche/ wie viele Arten sind bereits ausgestorben? Da   fehlen   uns   weitgehend   die   Daten.   Bei   Hummeln   ist   die   Datenlage besser:   In   Österreich   sind   2   von   45   Hummelarten   sicher   ausgestorben, eine     sehr     wahrscheinlich.     Das     waren     Steppenhummelarten,     die inzwischen   mit   großer   Sicherheit   aus   ganz   Europa   verschwunden   sind. In   Zentralasien   und   in   Anatolien   gibt   es   sie   noch.   Aber   auch   dort   gibt es    ähnliche    Landwirtschaftsintensivierungen.    In    Amerika    ist    eine Hummelart   mit   großer   Sicherheit   ausgestorben,   in   Südamerika   sind mehrere   stark   rückläufig,   wahrscheinlich   wegen   der   Krankheiten,   die gezüchtete europäische Hummeln dort verbreiten. Weitere   Arten   wie   Bombus   pomorum   sind   noch   ab   und   zu   zu   finden, aber   gegenüber   vor   50   Jahren   massiv   zurückgegangen.   Die   Gefahr   ist ja,    dass    zwar    Restbestände    übrig    bleiben,    die    dann    aber    in    den Refugien    genetisch    verarmen    oder    bei    einem    Extremwetterereignis aussterben und es ist keine Wiederbesiedlung mehr möglich. dMP:   Wie   lange   dauert   es,   Wildbienenarten   überhaupt   zuverlässig bestimmen   zu   können?   Selbst,   wenn   es   nur   ein   Viertel   der   700 Arten in Österreich ist? Man     kann     das     in     einem     Jahr     ganz     gut     lernen.     Es     ist     eine Erfahrungsfrage.   Wir   bieten   5-tägige   Einführungskurse   an,   damit   hat man    dann    das    Handwerkszeug,    um    sich    selber    einzuarbeiten.    Am besten   ist   es   natürlich,   wenn   man   eine/n   Mentor/in   in   Reichweite   hat, die man fragen kann. dMP:   Was   wären   „Sofortmaßnahmen“   zum   Schutz   der   Wildbienen, was längerfristige? Sofortmaßnahmen:     Mehr     Blüten     -     einheimische     Pflanzen     oder Gewürzkräuter auf Balkon oder Terrasse! Langfristig:   Netz   ökologisch   wertvoller   Flächen   durch   die   Landschaft incl.   Naturgärten,   naturnaher   Straßen-   und   Wegränder,   Raine,   Hecken, Waldränder, extensiver Wiesen. Besonders   wichtig   ist   jede   Form   regionaler   Lebensmitteproduktion, denn   wenn   Landwirtschaft   vor   Ort   nicht   nur   Milch   oder   nur   Getreide produziert,     sondern     auch     Gemüse,     Beeren,     Obst,     Eier,     Gänse, Hackschnitzel.......,   dann   entsteht   Strukturvielfalt.   Das   ödeste   und lebensfeindlichste   für   Bienen      sind   die   ausgeräumten   Grünlandzonen (ich   komme   aus   dem   Flachgau),   wo   es   nur   mehr   Intensivwiesen   gibt und   intensive   Ackerbaugebiete   ohne   jede   Abwechslung.   Die   Natur   ist in    der    Regel    abwechslungsreich.    Noch    vor    100    Jahren    hatte    das Marchfeld Sanddünen und große Feuchtgebiete ... dMP: Herr Dr. Neumayer, herzlichen Dank für die Ausführungen!
Links: Weibchen der Hahnenfuß-Scherenbiene Rechts:   Aus   der   Gattung    Antidium   sehen   sie   rechts   eine   der   siebzehn   Arten   - nämlich    manicatum.   Es   sind   sehr   entschlossene   Wildbienen,   die   nicht   zögern,   um für   ihre   Weibchen   Nektar-   und   Pollen-Ressourcen   zu   sichern,   sich   auf   Eindringlinge zu   stürzen   und   sie   mit   einem   dreidornigen   Fortsatz   am   Körperende   zu   rammen.   Es handelt sich um einen schwarzen dreidornigen End-Tergiten. Tergite   sind   Bestandteile   des   Hinterleibes,   Weibchen   besitzen   sechs,   Männchen meist sieben, und  sind die eigentlichen Panzerringe des Rückens.
DIE VIELEN ARTEN DER WILDBIENEN! Wir   werden   es   noch   eine   Zeitlang   immer   wieder   hören:   Die   Gesellschaft   hat   jetzt   die Chance,   etwas   zu   ändern.   Zum   Beispiel   die   Einstellung   zu   unseren   Nahrungsmitteln.   Dabei ist   natürlich   auch   die Abhängigkeit   nicht   nur   der   Produktion   von   Lebensmitteln   gemeint,   die weltweit   verschifft   und   transportiert   werden.   Auch   die   Klimaforscherin   Kromp-   Kolb   spricht davon,   " dass   wir   einfach   zu   stark   von   wenigen,   großen   Playern   und   Versorgern   abhängig sind".  Gerade   während   der   anhaltenden   Virusepidemie   werden   gerne   Überlegungen   angestellt,   ob das   alles   notwendig   ist,   was   man   für   notwendig   erachtetet   oder   erachtet   hat.   Es   kommen Themen    wie    die    Transformation    der    Gesellschaft    auf,    die    dann    in    unser    Bewusstsein kommen, wenn etwas wie Not dazu zwingt. Verständnis   und   Verstand   reichen   dazu   belegbar   nicht,   erst   der   Verlust   von   Bewegungs- freiheit   oder   auch   Verzicht   auf   gewisse   Lebensmittel   -   könnte   ein   anhaltendes   Umdenken anstoßen. Wird es aber nicht. Der Mensch ist und bleibt resilient der Vernunft gegenüber! Die   Krokusse   öffnen   und   schließen   ihre   Blüten   im   Tag-   Nachtrhythmus,   die   Sonnenstrahlen erreichen   wärmend   die   nördliche   Hemisphäre,   die   Vögel   finden   Futter   in   den   Sträuchern   und die   Insekten   erwachen.   Obstbäume   haben   in   begünstigten   Lagen   in   Österreich   schon   längst die   Vollblüte   in   weiß   und   rosa   und   zartrot   erlangt   und   warten   darauf,   bestäubt   zu   werden. Und    da    hört    man    sie    schon    -    bombus    aus    dem    lateinischen    bedeutet    dumpfer    Klang, Brummen   -   woher   sich   sicher   der   Name   für   die   Gattung   staatenbildender   Insekten   ableitet: die Hummeln. Auch   sie   gehören   zu   den   Wildbienen,   die   alleine   in   Österreich   in   700   Arten   vorkommen. Natürlich   sind   auch   viele   bereits   ausgestorben,   eine   Rote   Liste   als   Grundlage   für   den   Schutz von   Wildbienen   gibt   es   aber   zur   Zeit   nicht.   Und   dabei   erkennt   man   immer   mehr   den ökologischen Wert dieser so wertvollen Tiere: sie sichern Vielfalt! Welche   Vergleiche   zu   der   momentanen   Corona-Situation   zu   ziehen   sind,   erfahren   Sie   im Interview   mit   Dr.   Johann   Neumayer,   dessen      wissenschaftliches   Interesse   den   Hymenoptera, vor    allem    den    Hummeln    und    Wildbienen    gilt    und    Mitglied    des    neu    konstituierten Österreichischer   Wildbienenrat    ist!   Bedanken   möchte   ich   mich   auch   bei   Dr.   Neumayer   für die sensationellen Wildbienenfotos!