der muerzpanther
NACH OBEN NACH OBEN
GAR NICHT, WENIGER ODER RICHTIG GRAUSLIG? Wir   wollen   wie   immer   eine   gute   Grundlage   schaffen   und   zunächst   nach   einem   gängigen Rezept   eine   eigene   Sauce   herstellen.   Dafür   brauchen   wir   ein   paar   Zutaten,   wobei   frische und   fertige   verwendet   werden.   Zu   ersteren   zählen   Knoblauch   und   Tomaten,   dann   fügen   wir Gewürze   wie   ein   Lorbeerblatt,   Kreuzkümmel,   Pfeffer,   Chilli   und   Salz   hinzu   und   letztlich, damit   es   so   richtig   schmeckt   Süßungsmittel   in   Form   von   Zuckersirup   und   Honig   und   runden mit   Apfelessig   und   Worcestersauce   den   Geschmack   ab.   Dabei   wird   der   Nährwert/   Liter   mit 250 kcal angegeben. (Ich gehe davon aus, dass 100ml < 100g sind). Was   aber   ist   in   den   gängigsten   Fertigsaucen   aus   den   Supermärkten   enthalten?   Tomaten, Essig   in   verschiedenen   Formen   und   Zuckersirup   ist   überall   enthalten.   Chili   und   Knoblauch   in fast   allen   und   dann   die   Ausreisser   mit:   Sojasaucenpulver,   Pflaumenpuree   oder   Orangensaft. Die    Gewürzmischungen    unterscheiden    sich,    sind    aber    teilweise    nur    mit    Gewürzextrakt angegeben.    Und    natürlich    darf    „das    Aroma“    nicht    fehlen:    Rauch.    Diese    Raucharomen werden    als    von    der    EU    zugelassene    Primärprodukte    beigefügt.    Dabei    werden    sie,    um klassische   Schadstoffe,   die   beim   Räuchern   entstehen   können   -   vor   allem   Asche,   Teer   und polyzyklische   aromatische   Kohlenwasserstoffe   -   von   Firmen   mit   wiedererzeugtem   Rauch   aus Flüssigrauch   (!!!)   hergestellt.   Flüssigrauch   ist   ein   vorgereinigtes   Primärrauchprodukt,   also der   gereinigte   Teil   des   Rauchs,   der   durch   Wasser   geleitet   wird   und   darin   kondensiert.   Durch dessen   Weiterverarbeitung   können   Raucharomen   in   fester   oder   flüssiger   Form   gewonnen werden   -   aus   diesen   lässt   sich   wiederum   durch   Zerstäuben   ein   trockener   Räucherrauch erzeugen. Basis   für   die   Erzeugung   des   Primärrauches   ist   klassisch   die   Verbrennung   von   Holz:      Eiche, Buche,    Ahorn,    Esche    und    Birke.    Ob    die    Baumart    mit    der    von    der    EU    verordneten Höchstmenge    an   Aroma,    die    unseren    Saucen    zugesetzt    werden    kann,    zusammenhängt, entzieht sich meines Wissens. Aber sie schwankt gewaltig: zwischen 0,06g und 4,0 g/kg. Daneben   werden   als   Reinheitskriterien   für   ein   marktfähiges   Primärrauchprodukt   immer   auch Höchstwerte von Blei, Arsen, Cadmium und Quecksilber angegeben. Komisch!  
Wir   haben   ohne   Ablenkung   verkostet:   Mit Weißbrot - also sehr geschmacksneutral.
Dann   stürzen   wir   uns   in   das   Vergnügen,   unter   Bedacht   auf   die   Kalorien: Auf   100g   Sauce   gibt   es   die   Spanne   von   64   kcal   -   186   kcal.   Das   ist   also   nichts für   die   Fastenzeit!   Der   Test   wurde   geschlechtsneutral   durchgeführt:   50%   Frauen   und   50%   Männer.   Dabei   hat   sich   eine   klare   und   gravierende Unterscheidung   gezeigt.   Die   als   „schärfer“   titulierten   Produkte   hat   dann   nach   Absprache   unter   den   Testenden   nur   mehr   die   männliche   Fraktion übernommen.   Bis   dahin   war   es   richtig   interessant.   Ein   Fazit   wird   am   Schluss   natürlich   auch   gezogen.   Kriterien   der   Beurteilung   waren:   Farbe, Konsistenz, Textur des Geschmackes, Vielfalt von Aromen.
Sämig, stark rauchig und relativ mild! Sehr    scharf,    sonst    nix!    Geschmackspapillen    sind tot! Fruchtig und mit mildem Raucharoma! Schmeckt wie die süß- saure Sauce beim Chinesen! Mild und aromatisch, mein Testsieger!
Schleimig   in   der   Konsistenz,   dabei   zu   mild   und völlig    undifferenziert;    es    sind    überhaupt    keine selbständigen   Geschmacksrichtungen   ausmachbar. Höchstens    ein    Raucharoma,    das    mit    Sicherheit nicht an Buche erinnert. Intensiver   aber   fruchtiger   Chiligeschmack,   kaum Tomatenbasis    erkennbar,    nicht    zu    scharf,    aber trotzdem bereit und befähigt, Akzente zu setzen. Tomatig   ausgewogen   mit   leichtem   Anklang   bereits an    Grillgut!    Hintergründiges    Raucharoma,    das gefällt! Ketchup   mit   noch   etwas   drinnen?   Ohne   Charakter, dafür mit Bröckerln, die Konsistenz aber gefällt! Sehr   feste   Konsistenz,   BBQ   Sirup   für   Kleinkinder, ekelhaft   und   schade   um   jedes   Stück   Fleisch/   Vegi, das damit kontaminiert wird.
BBQ    Barbecue    Sauce    Vegan von Spitz Smokanero        BBQ        Sauce, Fireland     foods     -     ist     als scharfe   Sauce   leider   hinein- gerutscht! Schärfeskala: 5! BBQUE   Grill&   Buchenholz   von Original Bavarian Heinz BBQ BBQ Sauce Spitz
Man wartet vergeblich auf die Schärfe, geschmacklich nicht determiniert, aber eine sehr leichte Konsis- tenz. Die Textur auf der Zunge verrät einen Anklang an Paprika! Hot? Für den Kindergarten vielleicht. Wahrscheinlich essen Deutsche die Sauce zu Weißweinschorle süß! Steirer - lasst die Finger davon! Das hat wirklich niemand verdient! Sehr ausgewogen, aber zu wenig eigener Charakter - höchstens für stark gewürzte Käsekrainer geeignet!
Chili with Jalapeno von Thomy Sriracha Hot Chili von Kühne Smokey Chipotle/ Bull`s Eye von Heinz
Das   Ergebnis   ist   somit   sehr   ernüchternd   -   wenn   man   auch   bedenkt,   dass   die   Saucen   alle   in   einer   Preisspanne   von   1,90   und   4,50€   liegen.   Für meist   300   ml   Inhalt   kann   man   sich   auf   jeden   Fall   mehr   erwarten.   Eigentlich   sollte   der   Schluss   daraus   sein,   seine   eigene   Textur   für   sein eigenes   Produkt   zu   finden.   Leider   können   wir   keinen   Sieger   präsentieren,   manche   waren   ganz   gut,   andere   gerade   noch   erträglich,   viele allerdings   grauenhaft   -   auch   mit   Unterschieden   bei   den   verkostenden   Personen.   Geschmäcker   und   Ohrfeigen   sind   bekanntlich   verschieden.     Wo aber waren die Geschmäcker? Das   Erstaunliche   war   gerade   bei   dieser   Verkostung,   dass   die   verschiedenen   Test-   Komponenten   als   richtig   unangenehm   empfunden   wurden. Das   schmeckt   man   in   dieser   Form   erst   durch   das   Neben-   und   Hintereinander!   In   diesem   Sinne   wünscht   der   MÜRZPANTHER   noch   ein   fröhliches Grillen und einen heißen Sommer!