der muerzpanther
AUSSTELLUNG „FOTOGRAFIE AM BAHNHOF“ 2020 Es   sind   zehn   Jahre   her,   dass   ich   das   erste   Mal   ausgestellt   habe.   2011.   Ich   kann   mich   heute noch   so   gut   wie   damals   erinnern,   mit   welcher   Freude   ich   aus   dem   Gemeindeamt   gegangen bin,   weil   ich   ohne   große   Federlesen   (?)   eine   Zusage   bekommen   habe,   meine   Fotografien   zu zeigen.   Unter   dem   Titel   B(L)ACKGROUND   habe   ich   damals   Stillleben   gezeigt.   Und   ich   habe mich bereits im Jahre 2010 über zahlreiche Besucher freuen können. In   diesem   Zeitraum   ist   viel   entstanden:   es   haben   sich   Gewohnheiten   entwickelt,   die   ich nicht   mehr   missen   möchte.   Das   sind   in   erster   Linie   treue   und   liebe   Besucher,   über   die   ich mich    natürlich    besonders    freue.    Ich    darf    sie    wegen    des    Datenschutzes    natürlich    nicht namentlich nennen, aber die Angesprochenen wissen es ohnedies … Dazu   gehören   auch   die   Musik   acts,   bei   der   ersten   Vernissage   hat   Tanja   aufgespielt!   Die folgenden   haben   immer   wieder   Besucher   dazu   gebracht,   für   die   Dauer   der   Musik   den   Saal   zu verlassen   -   was   mich   dazu   verleitet   anzunehmen,   dass   ich   es   richtig   gemacht   habe.   Markus Krispel   am   Sax!   Vor   der   eigens   dafür   konzipierten   Holzwand   in   der   Ausstellung   700MAL   2. Abwechselnd   in   den   Vernisssagen   mit   Bass   und   Schlagzeug.   Natürlich   habe   ich   mir   für   die „Jubiläumsausstellung“   etwas   Besonderes   ausgedacht   -   verraten   wird   nichts,   da   müssen   Sie am 4. September schon vorbeikommen! À   propos   „etwas   ganz   Besonderes“:   Wie   Sie   auch   schon   dem   Video   entnehmen   können   werde ich    die    heurige   Ausstellung    mit    der    Fotografin    Lisa    Lux    gestalten,    die    sich    mit    Stille   einbringen   wird.   Wie   sie   diesen   Titel   in   ihren   Fotografien   umsetzt,   sehen   Sie   natürlich   am besten   live   in   der   Ausstellung!   Es   wird   ein   symbiotischer   Kontrast   zu   meiner   Interpretation von Körnung . Und    das    neunfach-bewährte    Besondere    setzt    sich    fort:    Tramezzini    vom    feinsten!    Zur Vernissage! Vieles   ist   bereits   gesagt,   aber   ein   Jubiläum   ist   nun   einmal   ein   Jubiläum:   Eigens   für   die Ankündigung   -   um   Interesse   zu   wecken   -   haben   wir   ein   Video   fabriziert,   das   so   gut   wie   nichts aussagt.   Es   dient   lediglich   dazu   auf   das   Künstlergespräch   zwischen   Lisa   und   mir   und   mir   und Lisa   hinzuweisen,   in   dem   einfach   fantastische   Inhalte   transportiert   werden.   Inhalte,   die vielleicht auch in der Ansprache Bedeutung erlangen werden. Teil   1   und   2   des   Gespräches   zwischen Andreas   Bernthaler   und   Lisa   LUX   und   Lisa   LUX   und Andreas Bernthaler finden Sie gleich unter dem Video!
Andreas:   Möchtest   Du   den   Besuchern   etwas   zu   Deiner   Japanserie sagen? Lisa:   Mein   Thema   ist   Stille!   Für   mich   sind   die   Bilder,   die   ich   in   Japan gemacht   habe   Meditationsbilder.   Einerseits   sind   sie   durch   die   klare Komposition   sehr   ruhig.   Frontalität,   reduzierter   Bildinhalt   und   große Flächen.   Andererseits   beschreibt   die   Stille   für   mich   den   Prozess   des Fotografierens.   Das   ist   mir   ganz   wichtig:   Wenn   ich   fotografiere   bin   ich in   einem   absolut   konzentrierten   Zustand,   der   alles   andere   ausblendet. Im   Alltag   ist   man   oft   hin   und   her   gerissen,   wenn   ich   arbeite,   kann   ich mich rein auf das konzentrieren was ich sehe. Die   andere   Ebene   bei   der   sich   die   Stille   in   den   Bildern   äußert,   ist   die Inhaltliche. Es geht um die Frage „Was bleibt?“   Zeigt   mir   die   Arbeit   „Yamanakako   II“   auf   dem   ein   Ausflugsboot   in Form eines Schwanes in der Dämmerung zu sehen ist. Wie   hier:   Was   bleiben   in   Ferienorten   außerhalb   der   Saison   für   Spuren übrig?    Das    Schwanenboot    ist    quasi    ein    Zeichen    und    ein    Zeuge gleichzeitig.   Oder   z.B.   auch   die   Reste   von   Nara   Dreamland    -   einem Vergnügungspark   in   Japan,   der   2006   geschlossen   wurde.   Nachdem   er aufgelassen   wurde   ist   er   zum   klassischen   „lost   place“   geworden…   die Natur holt sich ihre Fläche letztlich wieder zurück. 
Das   finde   ich   faszinierend.   Auf   meinen   Bildern   ist   davon   aber   nichts mehr   zu   sehen.   Was   noch   übrig   geblieben   ist,   als   ich   2019   da   war, würden    die    meisten    Menschen    übersehen.    Diese    wenig    plakativen Reste   entsprechen   aber   meiner   Suche   nach   der   Schönheit   und   Stille   in den unscheinbaren Dingen, die man sonst kaum wahrnimmt. Andreas:   Die   nicht   perfekten   Räumlichkeiten   des   Bahnhofgebäudes – in welchem Kontext stehen sie zu deinen Bildern? Lisa:   Es   ist   für   mich   sehr   spannend   die   Bilder   in   diesem   Raum   zu verorten.    Ich    finde    die    Räume,    die    sich    auch    gerade    in    Umbau befinden,   die   ihre   Vergangenheit   zeigen   und   noch   nicht   gänzlich   einer neuen    Verwendung    zugeführt    wurden,    passen    wirklich    gut    zu    den Fotos.   Und   ich   liebe   Patina!   Es   muss   nichts   perfekt   sein!   Der   Raum   hat mich   auch   inspiriert   in   die   Bilder   in   Rahmungen   zu   präsentieren,   die den   Hintergrund   zulassen.   Ich   bin   aber   selber   darauf   gespannt,   was   es daraus macht …
„Ich   lasse   mich   nicht   so   gerne   einordnen   und beschränke mich nicht gerne auf eines.“   Sagt   Lisa   Lux   über   sich   selbst   und   stellt   es gleich mit dieser Ausstellung unter Beweis. Sie    ist    selbständige    Fotografin    und    betreibt ein Fotostudio in Wien. Informieren Sie sich unter:  lisalux.at
Andreas:   Du   machst   auch   Blaudrucke   und   wie   werden   sie   in   die Ausstellung einfließen? Lisa:    Cyanotypie    ist    ein    fotografischer    Prozess,    ein    analoges Edeldruckverfahren.   Mir   ist   die   Haptik   immer   wichtig,   auch   bei Fotos,   die   man   ja   eigentlich   nicht   aus   dem   Rahmen   nimmt.   Bei   der Cyanotypie   trage   ich   die   lichtempfindliche   Chemie   selbst   auf   ein Trägermedium    auf    und    ich    kann    dieses    dann    eben    auch    selbst wählen.   Für   die   Serie   der   Origami-Prints   habe   ich   mit   japanischem Papier gearbeitet, auch weil die Fotos in Japan entstanden sind. Außerdem   gibt   mir   diese   Technik   die   Möglichkeit   eine   abstrakte Ebene    durch    die    Faltung    des    Papiers    zu    integrieren.    Dadurch werden   die   Fotos   aufgespalten   und   abstrahiert.   Wichtig   ist   mir auch,    dass    diese    Faltungen    Origamifaltungen    sind    und    zwar Vorstufen von Kranichen. Andreas: Wie bist Du zur Cyanotypie gekommen? Lisa:   Das   ist   eigentlich   eine   bereits   sehr   alte   Methode,   entwickelt vom   englischen   Naturwissenschaftler   John   Herschel   im   Jahre   1842. Ich   arbeite   schon   lange   damit,   vor   allem   für   Portraits.   Auch   für Workshops   mit   Kindern   eignet   sich   die   Cyanotypie   sehr   gut,   weil   es ein Verfahren ist, dass man relativ einfach selbst machen kann. Vor    allem    mag    ich    auch    das    Manuelle    an    der    Arbeit    in    der Fotografie.    Ich    bin    fotografisch    mit    analogen    Prozessen    groß geworden.   Erst   durch   meine Arbeit   als   Berufsfotografin   arbeite   ich digital. Andreas: Was erwartest Du Dir von der Ausstellung? Lisa:   Fotografie   ist   halt   ein   großer   Selbstausdruck   mit   all   deinen Erfahrungswerten.   Alles   was   Dich   ausmacht   spiegelt   sich   in   einem Bild   wider.   Mir   fällt   es   nicht   ganz   leicht   das   in   einer Ausstellung   zu zeigen. Andreas:    Man    gibt    wirklich    so    viel    von    sich    preis.    Es    ist interessant   auf   Ausstellungen,   weil   man   small   talk   macht   und die   Leute   oft   nicht   sehen,   wie   viel   man   von   sich   zeigt.   Nicht viele    erkennen    das    …    Das    war    aber    für    mich    auch    nie enttäuschend,    sondern    eröffnet    gewissermaßen    eine    sichere Zone!
Es geht um die Frage „was bleibt?“: Yamanakako II    Lisa    LUX    setzt    sich    mit    Frontalität    und    reduziertem    Bildinhalt auseinander.   Zu   sehen   in   der Ausstellung   FOTOGRAFIE AM   BAHNHOF ab 4. September im ehemaligen Bahnhof von Neuberg an der Mürz.
DIE VERNISSAGE findet statt: WANN: Freitag, 4. September um 17 Uhr 30 WO:     Ehemaliger Bahnhof von Neuberg an der Mürz
Lisa:   Du   stellst   bereits   zum   10.   mal   am   Bahnhof   aus.   Was   verbindet Dich mit diesem Ort? Andreas:    Grundsätzlich    ist    es    für    mich    so    etwas    wie    „nachhause kommen“,   durch   die   neun   Ausstellungen,   die   mir   ermöglicht   worden sind.    Vor    allem    schätze    ich    die   Atmosphäre    und    das    Umfeld    dieses Gebäudes.   Der   besondere   Rahmen,   in   dem   ich   meine   Bilder   sehen   kann, erweckt   ein   besonderes   Gefühl.   Daneben   ist   für   mich   von   Wichtigkeit, dass   es   kein   perfektes Ausstellungsambiente   ist   -   sondern   vielmehr   seine Marotten   hat,   die   sehr   gut   zu   meinen   Fotos   passen,   weil   ich   auch   bei meinen    Fotos    erkenne,    was    ich    verbessern    könnte.    Das    betrifft beispielsweise den Bildausschnitt. Das hat dann auch mit Geduld zu tun. Lisa:   Heißt   das,   dass   Du   deine   Fotos   gerne   etwas   perfektionierter hättest? Andreas:   Nein,   keinesfalls!   Ich   bin   mit   der   geringen   Fehlerhaftigkeit sehr   zufrieden,   aber   in   der   Diskussion   dreht   sich   dann   meistens   alles   nur darum!   Mir   geht   das   aber   sicher   nicht   zu   Herzen.   Ganz   im   Gegenteil:   Ich fühle   mich   bestätigt,   wenn   etwas   gefunden   wird.   Ich   weiß   jetzt   bereits, welche   Rückmeldungen   in   dieser Ausstellung   über   meine   Bilder   kommen werden.   Das   betrifft   sicher   wieder   die   Farbigkeit.   Wenn   das   kommt, weiß ich: es ist gelungen!
Lisa: Sind die Fotos heuer Farbfotos?   Andreas:   Es   sind   großteils   farbige,   aber   man   sieht   es   nicht!   Es   schauen manche   wie   s/w   aus,   die   getönt   worden   sind!   Das   Hauptmotiv   ist   sicher der   Nebel   –   der   meine   beste   Grundlage   für   die   Körnung   darstellt:   Er lässt   die   Farben   der   Landschaft   verblassen.   In   meinen   Bildern   wird   man vergeblich   nach   Rottönen   suchen!   Das   verbindet   aber   auch   wieder   mit dem   Bahnhof:   die   verfallende   Farbstruktur!      Aber   natürlich   zeige   ich auch s/w Aufnahmen. Lisa: Der Raum nimmt also Einfluss auf deine Fotografie! Andreas:   Auf   jeden   Fall!   Der   Raum   drückt   natürlich   durch   die   schwere Kassettendecke   –   das   findet   sich   auch   in   meinen   Fotografien.   Wobei   ich unbedingt   festhalten   möchte:   Das   ist   keine   negative   Grundstimmung   in mir,    für    mich    ist    es    mein    Blick    auf    die    Schönheit    der    Natur    und Landschaft!    Mir    gefällt    Nebel,    verwaschenes    Blau.    Auch    die    Decke würden   die   meisten   als   „schön“   bezeichnen   und   doch   ist   sie   für   sich drückend schwer. Lisa: Hat der Nebel etwas mystisches für Dich? Andreas:   Nein,   gar   nicht.   Es   ist   für   mich   eine   Naturerscheinung,   die physikalisch   begründbar   ist!   Nebel   steigt   auf   -   ein   Bach   in   den   Bergen rinnt   immer   hinunter!   ( denkt   bei   sich:   und   sonstwo   vielleicht   hinauf? ) Ich   habe   für   mich   auch   bis   jetzt   keinen   Kraftplatz   gefunden.   Überlegt:   Stimmt   nicht!   Ein   Kraftplatz   ist   für   mich   immer   3   Meter   vom   Eiskasten entfernt! Lacht! Lisa:    Der    Titel    Körnung    beschreibt    einen    Fachterminus    aus    der analogen   Fotografie   und   meint   nicht   den   Nebel.   Was   hat   Dich   dazu bewogen … Andreas:    Natürlich    habe    ich    die    analoge    Fotografie    im    Hinterkopf, allerdings   hatte   ich   damals   noch   keinen   Zugang   zu   diesem Ausdruck!   Der Effekt   der   Körnung   ist   für   mich   auch   ein   Effekt   des   Weichzeichnens   weit   abseits   von   David   Hamilton!   Ich   bin   aber   eher   von   dem   Punkt ausgegangen:   Körnung   gefällt   mir.   Aus   dem   Gedanken   heraus   habe   ich über mehrere Schritte die Fotos dann thematisch entwickelt.
Ich   freue   mich   wie   jedes   Jahr,   die   Ausstellung   zu   eröffnen   und   ich   habe   sie immer   auch   als   Fest   wahrgenommen.   Gerade   heuer   soll   es   auch   wieder   so sein.
Lisa: Aber das Inhaltliche ist doch wesentlich! Andreas:   Natürlich!   Das   ist   schon   wichtig.   Das   hat   über   die   Monate   den Prozess   ausgelöst:   Was   funktioniert   und   was   nicht?   Es   sind   ein   paar wenige   Motive   aus   der   Gegend   –   viele   aus   dem Ausseer   Gebiet.   Generell aber sehr naturbezogen! Lisa: Nebel erweckt das Bild, als ob sich die Welt auflöst … Andreas:   Auch   die   Untiefe,   die   der   Nebel   erzeugt   fasziniert   mich   und wie   er   für   einen   kurzen   Moment   einen   Blick   auf   das   Dahinter   oder Darunter   freigibt   …   den   nächsten      Eindruck   kennt   man   noch   nicht!   Das hat   auch Ausdauer   erfordert,   „den“   Moment   einzufangen.   Ich   habe   auch versucht, diese Impressionen durch meinen Filter zu transportieren. Lisa: Durch den visuellen Filter! Andreas:   Ja.   Gott   sei   dank   hat   man   im   Mürztal   und   in   der   Steiermark reichlich   Gelegenheit,   Nebel   zu   betrachten!   Viele   mögen   ihn   ja   nicht und jetzt zeige ich das auch noch in der Ausstellung...! Lisa: Wie ist Deine Beziehung noch zur analogen Fotografie? Andreas:   Eigentlich   nur   dadurch,   dass   ich   es   einmal   gemacht   habe.   Ich habe   mir   damals   viele   Techniken   angeeignet,   aber   letztlich   spielt   sie keine Rolle mehr. Es ist weg! Lisa: Sind das für Dich zwei unterschiedliche Medien? Andreas: Ich schätze das Analoge auch heute noch bei weitem mehr!
Lisa: Warum? Andreas:   Weil   ich   selber   etwas   hergestellt   habe!   Die   Filmentwicklung und    das    Vergrößern    auf    Fotopapier    hat    auf    mich    immer    einen besonderen   Reiz   ausgeübt.   Natürlich   kann   man   viel   über   „Filter“   im digitalen   herstellen,   aber   zu   sehen,   wie   ein   Bild   in   der   Entwicklungs- flüssigkeit      entsteht,   ist   ein   anderer   Zugang.   Ich   kann   einen   Käse   im Geschäft   kaufen,   oder   ihn   selber   machen!   Es   sind   beide   gut.   Aber   das Wissen   darum   etwas   selbst   hergestellt   zu   haben,   ist   mir   immer   noch näher! Lisa: Wie würdest Du Deinen Zugang zur Fotografie beschreiben? Andreas:   Als   sehr   unprätentiös.   Ich   verwende   die   Fotografie   als   Mittel, wie    man    einen    Pinsel    braucht,    um    ein    Zimmer    zu    streichen.    Ich verwende den Fotoapparat als Apparat. Für   mich   ist   Fotografie   eine   Kopfsache   –   ich   kann   nicht   sagen,   ob   das künstlerisch     ist     –     das     Resultat     ist     halt     nicht     Produkt-     oder Porträtfotografie!    Es    ist    etwas    wichtiges    für    mich,    um    mich    auszu- drücken   und   von   mir   etwas   zu   zeigen.   Die   große   Bedeutung   liegt   für mich   in   meinem   Ausdruck:   Die   meisten   mögen   Nebel   nicht,   weil   sie   ihn als   lästig   empfinden.   Da   hilft   mir   die   Fotografie   meine   Vorlieben   zu zeigen,   wobei   oft   das   Resultat   –   womit   ich   wiederum   nichts   anfangen kann – sogar als deprimierend beschrieben wird! Für mich ist es Freude! Ich    glaube,    dass    man    individuell    seinen    „Realitätsfaktor“    in    der Bildgestaltung    stark    beeinflussen    kann:    Ich    kann    einen    toten    Vogel zeigen,   der   ruhig   im   Gras   liegt,   oder   denselben,   noch   immer   ruhig liegenden    nach    zwei    Wochen!    Wenn    die    Maden    bereits    aus    den Augenhöhlen kriechen!
Ja!   Es   wird   doch   auch   ein   paar   Rottöne   in wenigen Fotografien geben.
Lisa:   Hat   sich   Deine   künstlerische   Herangehensweise   verändert   über die zehn Jahre?   Andreas:   Ich   musste   viel   bei   meinen   Ausstellungen   lernen.   Ich   habe anfänglich   „kundenfreundlicher“   von   den   Sujets   her   fotografiert,   das hat    nichts    gebracht.    Sich    danach    zu    richten,    bringt    gar    nichts, weswegen   ich   heuer   nicht   etwas   für   den   Betrachter   sondern   von   mir zeige. Aber jede Reaktion freut mich! Lisa:   Du   gibst   ja   auch   den   MÜRZPANTHER   als   Onlinemedium   heraus! Wie fließt die Fotografie hier ein? Andreas:   Natürlich   fließt   mein   Zugang   zu   fotografieren   auch   in   den MÜRZPANTER   ein,   das   sieht   man   ja   bei   den   Artikeln.   Wenn   ich   ein Interview   bringe   und   bei   der   Ortschaft   oder   am   Weg   dorthin   auch   ein schönes   Landschaftsbild   machen   kann,   so   stelle   ich   es   gleichwertig   zum Portrait des Gesprächspartners in den Artikel.
Ich   möchte   den   MÜRZPANTHER   durch   Erweiterung   sowohl   der   Fotografie als    auch    im    Umfang    des    Textes    von    gewohnheitsmäßig    schnell    zu konsumierenden   Medien   absetzen.   Vor   allem   in   der   Ausführlichkeit,   die der   Sprache   zukommt   und   den   persönlichen   Formulierungen,   die   den Menschen abbilden, viel Raum geben. Daneben   spielt   die   Fotografie   –   die   bei   den   meisten   Medien   natürlich zugekauft   wird   –   eine   entscheidende   Rolle!   Und   ich   sehe,   dass   die   Leute es bereits annehmen und schätzen! Danke Lisa! Danke Andreas!