"Durch mich geht man zum Orte voller Wonnen", eine Valentinstagsbetrachtung.


Die Reliqiuen zweier Valentin genannter Märtyrer befinden sich in Rom, der Schädel jenes Valentin, der mit Gefährten das Martyrium in Afrika erleiden mußte allerdings in Winchester, England. Vielleicht ist das der Umstand, dass Valentin erstmals von dem englischen Schriftsteller Geoffrey Chaucer im 14. Jahrhundert in einem Gedicht mit romantischer Liebe in Verbindung gebracht worden ist, im Jahre 1382 als Würdigung des ersten Jahrestages der Verlobung zwischen König Richard II mit Anne von Böhmen.

Aus dem Parlement of foules (Parlament der Vögel):

„For this was on seynt Volantynys day

Whan euery bryd comyth there to chese his make.“


„Es geschah am Valentinstag

Als jeder Vogel kam, um seinen Partner zu wählen.“


Es ist eine allegorische Dichtung, die natürlich nicht die lieben Vögelein meint, sondern uns Menschenkinder. Zu Chaucers Lebzeiten allerdings fiel der 14. Februar - nach gregorianischem  Kalender - auf den 23. Februar des damals noch gültigen Julianischen Kalenders. Und das galt als Beginn für die Paarung und das Nisten der Vögel. Für eine Entstehung des Valentinstages außerhalb der kirchlichen Einflussphäre spricht auch der unter den seinerzeitigen Moralbegriffen fragwürdige Inhalt, indem junge Paare durch Los füreinander bestimmt wurden und nach Austausch von Geschenken für ein Jahr in einem verlobungsähnlichen Verhältnis verbunden sein sollten. Ende des 18. Jahrhunderts gab es bereits Nachhilfe für junge Liebhaber, die selbst nicht dichten konnten, in Buchform: The Young Man’s Valentine Writer. Es begann eine regelrechte Industrie um den Valentinstag, Druckereien produzierten Karten mit Versen und hübschen Bildern, zu echter Massenproduktion mit echter geprägter Papierspitze kam es dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten. So kam es, dass Jahr für Jahr in Großbritannien bereits Milliarden Pfund Umsatz mit Karten, Blumen und Pralinen gemacht werden.




Und weil es nicht immer die klasssischen Valentinsgaben sein müssen, hat sich die Universität Graz heuer etwas besonderes ausgedacht. Unter dem Motto "Lass Wissen wachsen" findet am 14. Februar im botanischen Garten ein Valentins Special statt.

Dabei können sie ihrer Angebeteten statt Schnittblumen, Konfekt oder sich selbst mit roter Masche, einen Garten zu Füßen legen, ab einer Spende von 50€.

Ab diesem Betrag gibt es im Rahmen des Fundraisingprojektes eine Spenderurkunde und einen Gutschein für eine Romantik-Führung durch die stilgerecht beleuchtete Anlage. "Die Besucher lernen dabei Pflanzen der Zuneigung, Schönheit und Liebe kennen - bis hin zu roten Rosen als das Symbol für die Liebe", schildert Organisatorin Anna Schwarz. Auch in Deutschland sind Blumen nach wie vor die häufigsten Geschenke am Valentinstag. Allein zum Valentinstag 2018 transportierte die Lufthansa Cargo 800 Tonnen roter Rosen nach Deutschland, da fragt man sich doch wirklich: woher? Aber was dem Liebesglück nicht schadet, wird der Umwelt auch gut tun.

Wer etwas tiefer in die Romantiktasche greifen möchte, kann eine Patenschaft für eine Pflanze übernehmen. Ab dem Betrag von 500 Euro wird der Name des oder der Liebsten fünf Jahre lang auf einem Schild bei der Pflanze ausgewiesen. Zur Auswahl stehen rund 70 verschiedene Pflanzen - eine Königinnenpalme wäre ebenso noch zu vergeben wie der Ceylon-Zimtbaum, ein Japanischer Blauregen, auch ein Rasierpinselbaum oder der Leberwurstbaum.

Sie sollten die Auswahl Jahr für Jahr sorgfältig treffen, damit sie am Ende - nach fünf Jahren - nicht einen Garten der Erinnerung, eine Erinnerung an die Verflossenenen gestaltet haben - frei nach dem Motto: Wer Liebe sät, muss sie auch wachsen lassen.