Der Steirerball 2019

Die Definition des Duden/ Stilwörterbuch (7. Auflage, Dudenverlag) lautet: ,der: Tanzfest: ein großer, festlicher, glanzvoller B. Gemeint ist natürlich der Ball. Damit ist allerdings der Steirerball nicht ausreichend definiert, festlich und glanzvoll gilt, es fehlt allerdings das Wort fröhlich in der Definition, das den besonderen Charakter dieses Balles ausmacht. Ohne der steirischen Ausgelassenheit wäre diese Veranstaltung auswechselbar.

„Wir bringen die steirische Herzlichkeit und Gemütlichkeit, ebenso wie die Kulinarik unserer Heimat mit nach Wien.“ Es anders zu sehen ist kaum möglich, wenn man einmal auf dem Steirerball gewesen ist, der traditionell in der ersten Jännerhälfte in der Wiener Hofburg stattfindet. Wir haben mit dem Organisator Andreas Zakostelsky gesprochen, um noch ein Äutzerl mehr über die steirische Veranstaltung in Wien zu erfahren.

Natürlich wird die Hofburg am Abend des Steirerballes wieder ganz in Grün erstrahlen.

 Steirerball, Foto: Verein der Steirer, Andreas Tischler

DMP: Seit wann organisieren Sie den Ball?

Andreas Zakostelsky: Ich bin seit 2011 Obmann des Vereins der Steirer in Wien. Der erste Ball in der Hofburg fand gleich Anfang 2011 statt.


DMP: Was hat Sie bewogen, die Organisation zu übernehmen?

Andreas Zakostelsky: Ich bin Steirer mit Herz und Seele. Und ich bin ein Mensch mit Prinzipien und Visionen. Eine davon war es, den Verein neu zu strukturieren und zu modernisieren. Wir haben ab 2011 ordentlich angepackt und haben den Verein auf neue Beine gestellt. Der Verein ist heute deutlich jünger und wir haben auch viel mehr Mitglieder. Als mein Team und ich begonnen haben, hatte der Verein gerade 200 Mitglieder. Heute, acht Jahre später hat der Verein der Steirer in Wien mehr als 1.200 Mitglieder.


DMP: Was ist die Aufgabe des Vereins der Steirer?

Andreas Zakostelsky: Als Verein der Steirer in Wien sind wir vor allem eine Kommunikationsplattform und Drehscheibe für alle Steirerinnen und Steirer, die in Wien leben. Wir vernetzen uns und bieten auch Hilfestellungen, gerade für Neuankömmlinge, an. Dabei soll das Gesellige nicht zu kurz kommen, das versteht sich von selbst. Wir bringen die steirische Herzlichkeit und Gemütlichkeit, ebenso wie die Kulinarik unserer Heimat mit nach Wien. In einem Verein geht es aber auch um die emotionale Verbundenheit, überparteilich, quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten. All das war mir schon immer wichtig.

„Ich bin Steirer mit Herz und Seele. Und ich bin ein Mensch mit Prinzipien und Visionen.“

Steirer mit Herz und Seele,

Mag. Andreas Zakostelsky in der Hofburg.

Foto: Verein der Steirer, Ludwig Schedl

DMP: Wie hoch ist Ihr persönlicher Zeitaufwand und der des Teams, den Ball zu organisieren?

Andreas Zakostelsky: Nach dem Ball ist vor dem Ball. Die Vorbereitungen für den nächsten Steirerball beginnen bereits kurz nach dem aktuellen. Schließlich geht es auch darum, eine neue Gastregion zu finden, neue Künstlergruppen, Winzer sowie Sponsoren und Partner. In den Wochen vor dem Steirerball werden die Vorbereitungen natürlich sehr intensiv und nach den Weihnachtsfeiertagen läuft die echt heiße Phase.


DMP: Hat den Steirerball immer der Obmann der Steirer in Wien organisiert?

Andreas Zakostelsky: Der Vorstand organisiert den Ball als Team. Da wir alle berufstätig sind, haben wir für die organisatorische Arbeit Unternehmen und Partner.


DMP: Gibt es besonders erwähnenswerte Höhepunkte/Geschichten/Meilensteine in der bereits langen Geschichte des Steirerballes?

Andreas Zakostelsky: Der Verein der Steirer in Wien wurde 1896 als Solidaritätsgemeinschaft für Neuankömmlinge in Wien gegründet. Die Hauptstadt Wien war damals ein Magnet für Arbeitskräfte, die etwa am Bau der Wiener Ringstraße beteiligt waren. Heute ist der Verein der Steirer in Wien die Drehscheibe für rund 100.000 Steirerinnen und Steirer, die in der Bundeshauptstadt leben.

Der Vorstand des Vereins organisiert jährlich rund 30 Veranstaltungen. Dabei handelt es sich um wirtschafts- oder politikorientierte Vorträge, Veranstaltungen der Volkskultur oder moderne kulturelle Ereignisse. Auch Firmenführungen oder Besichtigungen spezieller Wiener Attraktionen gehören dazu.

Höhepunkt des Vereinsjahres ist natürlich jedes Jahr der fröhlich-elegante Steirerball in der Wiener Hofburg. Immer mehr Ballbesucher schätzen den besonderen Mix aus steirischer Fröhlichkeit und klassischer Wiener Eleganz. Vor neun Jahren, am 26. Februar 2011, haben wir den Steirerball erstmals in der Wiener Hofburg veranstaltet. Damit war der Steirerball der erste Bundesländerball mitten im Herzen Wiens. Darauf sind wir besonders stolz.


DMP: 120 Jahre! Ist das Besondere heuer die Gastregion Fürstenfeld?

Andreas Zakostelsky: Wir freuen uns, dass wir jedes Jahr aufs Neue eine besondere Gastregion für den Steirerball gewinnen können. Nach Gastregionen wie Haus im Ennstal, dem Mariazeller Land, Graz sowie vielen anderen präsentiert sich am Steirerball 2019 ein Dreiergespann.


DMP: Was ist damit gemeint, wenn die Gastregion den Ball ausrichtet?

Andreas Zakostelsky: Der bevorstehende Steirerball am 11. Jänner 2019 steht ganz im Zeichen der Gastregion Fürstenfeld. Die oststeirische Thermenhauptstadt wird beim 120. Steirerball gemeinsam mit der Therme Loipersdorf und der Frutura Thermal-Gemüsewelt kulturelle, kulinarische und musikalische Akzente in der Wiener Hofburg setzen. Sie werden den wahrscheinlich kurzweiligsten Ball der Saison mit heißen, fruchtigen und zauberhaften Momenten beleben. Fürstenfeld wird beim Steirerball seine ausgeprägte Festkultur zum Besten geben. Unter anderem wird es eine spezielle Frutura-Früchteinsel beim Steirerball geben.

„Sie werden den wahrscheinlich kurzweiligsten Ball der Saison mit heißen, fruchtigen und zauberhaften Momenten beleben.“

So freudig und festlich kann es sein:

Die Eröffnung begeistert jedes Jahr!

Foto: Steirerball, Verein der Steirer,

Ludwig Schedl


DMP: Welchen Werbewert hat diese Veranstaltung, die vielen Steirer kennen ihr Land...? Welcher Umkreis soll damit bedient werden?

Andreas Zakostelsky: Mit dem Steirerball hat der Verein der Steirer eine weithin sichtbare Marke geschaffen. Sie strahlt weit über Wien in die ganze Steiermark hinaus.


DMP: Welche Ziele haben Sie persönlich noch? Mehr Besucher sind kaum möglich...!

Andreas Zakostelsky: Beim Steirerball 2011 in der Wiener Hofburg hatten wir bereits die Marke von 2.500 Besuchern geknackt. Mittlerweile liegen wir bei rund 4.000 Ballgästen. Mehr Räume wollen wir nicht ermöglichen, denn wir wollen die persönliche Note unseres charmanten Bundesländerballs erhalten. Das wäre mit mehr Gästen nicht möglich.


DMP: Was ist für Sie persönlich das Außergewöhnliche/Unterscheidende des Balles zu den vielen anderen?

Andreas Zakostelsky: Das Außergewöhnliche lässt sich mit der Kombination zweier Worte zusammenfassen: Fröhlichkeit und Eleganz – die Kombination daraus ist die steirische Fröhliganz.


DMP: Können Sie persönlich am Abend den Ball genießen?

Andreas Zakostelsky: Es ist am Ballabend für uns vom Verein natürlich allerhand zu tun. Begrüßen der Gäste, Ansprachen und das Mitwirken bei vielen Highlights. Was für mich aber eine Freude und ein Genuss ist, sind die vielen gut gelaunten Menschen auf unserem Steirerball, die sich sehr gut unterhalten – vor allem auch so viel Jugend.


DMP: Zu den Fidelen Jungsteirern: „Ziel ist es, die kulturelle Tradition der Steiermark zu erhalten.“ Ist das auch Ihr Ziel mit dem Ball? Welche Traditionen konkret?

Andreas Zakostelsky: Wir halten mit unserem Ball die steirischen Traditionen hoch – und das seit nunmehr 120 Jahren. Es sind die schönen Dirndln und Lederhosen, auch die Fahnen, vor allem die steirischen Tänze und Musik, die wir beim Steirerball in einer sehr großen Bandbreite haben. Vor allem vermitteln wir das steirische Lebensgefühl – Herzlichkeit, Offenheit und Fröhlichkeit. Man könnte das mit einem kurzen Satz zusammenfassen: Wir bieten Unterhaltung mit Stil und Tradition.


DMP: Was halten Sie von Tracht? Welche tragen Sie am liebsten – als Grazer?

Andreas Zakostelsky: Ich finde Tracht wunderbar. Sie ist wie die Mundart – ursprünglich und persönlich. Ich trage unterschiedliche steirische Trachten.


DMP: Herr Mag. Zakostelsky, ich wünsche einen fröhlich- schönen Abend und ich bedanke mich herzlich für das Gespräch!

„Es sind die schönen Dirndln und Lederhosen, auch die Fahnen, vor allem die steirischen Tänze und Musik …“